Indische Aktien ziehen 1,3 Milliarden Dollar an – größter wöchentlicher Auslandskauf seit Juni 2025

Trendwende nach monatelangem Kapitalabfluss
Noch im ersten Halbjahr 2026 dominierten Verkäufe das Bild. Über fünf Monate hinweg zogen ausländische Portfolio-Investoren netto 21 Milliarden US-Dollar aus dem indischen Aktienmarkt ab. In der Woche bis zum 9. Juli kauften dieselben Investoren nun für 1,3 Milliarden US-Dollar indische Papiere. Zusätzlich flossen am darauffolgenden Freitag weitere 272 Millionen US-Dollar in lokale Aktien. Bereits zuvor hatte sich eine Erholung im Bankensektor abgezeichnet: Ausländische Käufer investierten in den zwei Wochen bis zum 30. Juni rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Bank- und Finanzwerte. Laut Daten der National Securities Depository Ltd. verzeichnete der Sektor für den Monat Juni unter dem Strich Nettozuflüsse von 357 Millionen US-Dollar.
Maßnahmen der Reserve Bank of India als Katalysator
Die Trendwende ist nicht zufällig. Die Reserve Bank of India (RBI) hat gezielt Maßnahmen ergriffen, um ausländisches Kapital zurückzuholen. Konkret führte die Zentralbank eine US-Dollar-Rupie-Devisenswap-Fazilität für neue FCNR-B-Einlagen ein. Ergänzend passte die indische Regierung die Steuerpolitik an. Ab dem 1. April 2026 entfällt die Kapitalertragsteuer für ausländische Portfolio-Investoren auf Gewinne und Zinserträge aus dem Verkauf von Staatsanleihen. Beide Schritte zusammen verbessern die Rahmenbedingungen für internationale Anleger spürbar und machen den indischen Markt im globalen Vergleich attraktiver.
Goldman Sachs sieht weiteres Kaufpotenzial
Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet, dass die Zuflüsse anhalten werden. Als Hauptargument nennt die Bank die nach wie vor deutliche Untergewichtung indischer Aktien in globalen Portfolios. Diese biete erheblichen Spielraum, um Positionen aufzustocken. Hinzu kommen ein stabiler Rupie-Kurs und klarere Gewinnaussichten für indische Unternehmen, die weiteres Kapital anziehen dürften.
Timothy Moe, Co-Leiter der Asia Macro Research bei Goldman Sachs, formulierte es so: „With large underweight positioning toward Indian equities, global funds have ample room to neutralize their exposure. While a continued earnings downgrade cycle and still less attractive growth-valuation mix relative to other markets will be key investor concerns, improving visibility on domestic recovery will act as a catalyst for investors to start pricing in the anticipated recovery in advance.“
Nifty 50 mit Kursziel 26.500 bis Juni 2027
Goldman Sachs gibt auch eine konkrete Prognose für den indischen Leitindex. Die Analysten erwarten, dass der Nifty 50 bis Juni 2027 auf 26.500 Punkte steigt. Das entspricht einem Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Sollte sich die Gewinnentwicklung stabilisieren und die inländische Konjunkturerholung an Fahrt gewinnen, könnte dieser Zielwert nach Einschätzung der Bank durchaus erreicht werden. Für internationale Krypto- und Kapitalmarktteilnehmer ist die Entwicklung relevant, da steigende Risikobereitschaft in Schwellenländern häufig auch digitale Vermögenswerte beflügelt.



