Was ist die beste Währung zum Sparen? Ein 55-Jahres-Test zeigt drei Optionen

Methodik: 55 Jahre Daten, neun Geldformen
Die Untersuchung vergleicht sieben staatlich herausgegebene Währungen, darunter US-Dollar, Euro, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Singapur-Dollar, Japanischer Yen und Chinesischer Yuan, sowie Gold und Bitcoin. Als Bewertungsgrundlage diente unter anderem die Frage, ob eine Geldform die US-Inflation schlagen konnte. Wer 1971 einen Betrag von 100 US-Dollar hielt, hätte diesen bis zum Stichtag im Juli 2026 auf rund 815 Dollar steigern müssen, um die Kaufkraft zu erhalten. Ergänzt wurde die Renditebetrachtung durch ein Sieben-Punkte-Bewertungsraster mit Kriterien wie Angebotsdisziplin, Marktliquidität, Inflationsschutz und Portabilität.
Gold: Der stärkste langfristige Schutz
Gold erzielte das stärkste Ergebnis über 55 Jahre. Aus 100 Dollar wurden bis Juli 2026 rechnerisch 9.436 Dollar, weit oberhalb der Inflationshürde von 815 Dollar. In 59 Prozent aller rollierenden Zehn-Jahres-Fenster schlug Gold die US-Inflation. Das bedeutet aber auch, dass es in rund vier von zehn solcher Zeiträume scheiterte. Das schlechteste rollende Zehn-Jahres-Ergebnis lag bei minus 8,3 Prozent pro Jahr nach Inflation. Zentralbanken kauften im Jahr 2025 insgesamt 863 Tonnen Gold, das vierte Jahr in Folge mit ungewöhnlich hoher offizieller Nachfrage. Gold stieg zuletzt in Dollar, Euro, Pfund, Yen und Yuan auf Rekordhöhen, was laut der Analyse auf eine breite Neubewertung gegenüber Staatswährungen hinweist und nicht nur auf Dollarschwäche.
Bitcoin: Höchste Rendite, höchstes Risiko
Im gemeinsamen Vergleich ab Ende 2013 verwandelte Bitcoin 100 Dollar bis Juli 2026 in rechnerisch 8.381 Dollar. Gold erreichte im selben Zeitraum 342 Dollar, während die Inflationsmarke bei 144 Dollar lag. Bitcoin schlug die Inflation in allen vier verfügbaren Zehn-Jahres-Zeitfenstern, allerdings handelt es sich dabei um eine kurze und historisch günstige Stichprobe. Dem stehen extreme Verlustphasen gegenüber: Bitcoin fiel von seinem Höchststand im Jahr 2013 bis zum Tief 2015 um etwa 82 Prozent und verlor 2022 rund 77 Prozent. Zum Stichtag lag der Kurs etwa 50 Prozent unter dem Oktober-2025-Rekord von 126.080 Dollar. Auch gegenüber Gold verlor Bitcoin deutlich: Kaufte ein Bitcoin Ende 2024 noch rund 35 Unzen Gold, waren es im Juli 2026 nur noch etwa 15 Unzen.
US-Dollar: Unverzichtbar für Liquidität
Der Dollar bleibt mit einem Anteil von 56,9 Prozent an den offengelegten globalen Devisenreserven die dominierende Reservewährung. Seine Stärke liegt in der Krisentauglichkeit: In Panikphasen steigt die Dollarnachfrage oft sogar an. Als langfristiger Wertspeicher schneidet er jedoch schlecht ab. Seit 2013 verlor Dollar-Cash rund 30 Prozent seiner US-Kaufkraft. Zudem ist der Reserveanteil des Dollars von rund 71 Prozent im Jahr 1999 auf 56,9 Prozent gesunken. Die US-Staatsverschuldung liegt bei rund 120 Prozent des jährlichen Wirtschaftsoutputs, was den Handlungsspielraum der Notenbank langfristig einschränken kann.
Weitere Währungen im Überblick
Der Schweizer Franken war die stärkste staatliche Währung im Test: Aus 100 Dollar wurden 1971 bis 2026 rechnerisch 486 Dollar, und im gemeinsamen Test ab 2013 erreichte er als einzige Fiat-Währung mit 110 Dollar einen Wert oberhalb des Startpunkts. Dennoch schlug der Franken die US-Inflation nur in 22 Prozent der rollierenden Zehn-Jahres-Zeiträume. Das Britische Pfund schnitt am schlechtesten ab: 100 Dollar sanken auf 53 Dollar, und in keinem einzigen der 46 rollierenden Zehn-Jahres-Fenster wurde die Inflation geschlagen. Der Japanische Yen verlor von 2020 bis Juli 2026 rund 36 Prozent gegenüber dem Dollar. Der Chinesische Yuan, der Euro und der Singapur-Dollar blieben im gemeinsamen Test ebenfalls unter der Inflationsmarke.
Fazit: Rollen statt Rankings
Die Analyse empfiehlt keinen festen Anteil für jede Anlageklasse, sondern ein rollenbasiertes Denken. Kurzfristig benötigtes Geld sollte liquide und in der eigenen Ausgabenwährung gehalten werden. Gold eignet sich als langfristige Versicherung gegen Vertrauensverlust in staatliches Geld. Bitcoin kommt nur für Kapital in Frage, das über lange Zeiträume investiert bleiben kann und dessen vollständigen Verlust ein Sparer verkraften würde.



