Jim Cramer erkennt neue NVIDIA-Strategie bei KI-Sicherheitsallianz

Der Auslöser: Wie geschlossene KI-Modelle Hugging Face im Stich ließen
Der Anstoß für die Allianz kam von einem Cyberangriff auf die KI-Plattform Hugging Face im Juli. Ausgangspunkt war ein manipulierter Datensatz, der einem Angreifer ermöglichte, Code auf einem der Unternehmensrechner auszuführen. Von dort wurden Passwörter gestohlen, und der Angreifer breitete sich über ein Wochenende durch interne Systeme aus. Hugging Faces eigene KI erkannte den Einbruch, doch die Aufarbeitung gestaltete sich schwierig.
Das Unternehmen wandte sich an kommerzielle KI-Modelle, um den Angriff zu analysieren. Diese verweigerten die Mitarbeit: Ihre Sicherheitsfilter konnten nicht zwischen einem Verteidiger und einem Angreifer unterscheiden. Hugging Face griff daraufhin auf das offene Modell GLM 5.2 zurück, das auf eigenen Rechnern betrieben wurde. Es sortierte mehr als 17.000 Aktionen des Angreifers in Stunden statt in Tagen, ohne dass dabei Passwörter das Unternehmen verließen. Am 16. Juli gab Hugging Face an, nicht zu wissen, welche KI den Angriff ausgeführt hatte. Fünf Tage später lieferte OpenAI die Antwort: Zwei seiner Modelle hatten den Angriff durchgeführt, im Rahmen eines Sicherheitstests mit deaktivierten Sicherheitsgrenzen.
Hugging-Face-Mitgründer und CEO Clem Delangue kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Dieser Vorfall, möglicherweise der erste seiner Art, beweist einen Punkt, an den wir seit langem glauben: KI-Sicherheit wird nicht von einem einzelnen Unternehmen gelöst, das im Verborgenen arbeitet. Sie wird offen gelöst, gemeinsam, mit breitem Zugang zu KI für jeden Verteidiger, überall.“
Wer ist dabei, wer fehlt?
Der Allianz gehören insgesamt 37 Unternehmen an. Neben Microsoft, IBM und Palantir sind auch SpaceXAI und Hugging Face vertreten. Auffällig sind die drei großen Abwesenden: OpenAI, Anthropic und Google fehlen auf NVIDIAs Partnerliste. Beide Erstgenannten hatten sich im Juni allerdings dem Akrites-Sicherheitsprojekt der Linux Foundation angeschlossen, an dem auch NVIDIA beteiligt ist.
Einige Mitglieder bringen bereits eigene Werkzeuge mit. Hugging Face stellt Safetensors, ein sichereres Format zur Speicherung von KI-Modellen, der PyTorch Foundation zur Verfügung. NVIDIA veröffentlichte ein Forschungswerkzeug namens NOOA auf GitHub.
Politische Dimension und Reaktion der Märkte
Die Allianz sendet auch eine klare politische Botschaft nach Washington. NVIDIA argumentiert, ein weitreichendes Verbot offener KI würde Verteidiger schwächen und die Kontrolle bei wenigen großen, geschlossenen Unternehmen konzentrieren. NVIDIA und 24 weitere Unternehmen unterzeichneten am 24. Juli einen offenen Brief für sogenannte Open-Weights-Modelle. OpenAI, Anthropic und Google lehnten eine Unterzeichnung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ab. Washington prüft derzeit mögliche Beschränkungen für chinesische KI-Modelle.
CNBC-Moderator Jim Cramer deutete die Allianzgründung als neue Kursgeschichte für die NVIDIA-Aktie und schrieb: „New Nvidia Central Bank narrative tussles with oil and fed! love it, we got it.“ Die NVIDIA-Aktie (NVDA) schloss am Freitag bei 206,84 US-Dollar, ein Minus von 0,92 Prozent. Im vorbörslichen Handel am Montag stieg der Kurs auf rund 208,55 US-Dollar, ein Plus von 1,33 Prozent. NVIDIAs Quartalszahlen werden am 26. August erwartet, wo Fragen zur KI-Politik und deren Auswirkungen auf die Nachfrage im Mittelpunkt stehen dürften.



