Microsoft senkt KI-Kosten durch Ersatz von OpenAI und Anthropic in Software-Produkten

Kostenreduktion als zentrales Ziel
Microsoft verbraucht über seine Produkte, darunter der KI-Assistent Copilot, enorme Mengen an KI-Rechenleistung. Einen großen Teil dieser Kapazitäten bezieht das Unternehmen derzeit vergünstigt im Rahmen einer langjährigen Partnerschaft mit OpenAI. Da diese Sonderkonditionen nicht dauerhaft bestehen werden, arbeitet das Team von KI-Chef Mustafa Suleyman aktiv daran, die Abhängigkeit von externen Anbietern zu verringern. Ziel ist es, künftig nicht die vollen Marktpreise führender KI-Labore zahlen zu müssen.
Suleyman formuliert klare Ansage gegenüber Anthropic
Besonders deutlich äußerte sich Suleyman im Juni über die Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic. In ungewöhnlich direkten Worten beschrieb er das Ziel des Unternehmens: „Wir zahlen viel Geld an Anthropic, unser Ziel ist es daher, diese Kosten zu reduzieren und letztendlich vollständig zu eliminieren.“ Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person, dass Excel und Outlook zuvor stärker auf Modelle von OpenAI und Anthropic gesetzt hatten. Die MAI-Nutzung macht bisher einen kleinen Anteil der gesamten KI-Aktivität aus, der Trend zeigt jedoch klar in Richtung interner Lösungen.
Erste Schritte bereits im Mai eingeleitet
Die aktuelle Entwicklung reiht sich in eine Reihe früherer Maßnahmen ein. Bereits Mitte Mai 2026 begann Microsoft damit, die meisten internen Lizenzen für Claude Code, das KI-Programmierwerkzeug von Anthropic, auslaufen zu lassen. Dieser Schritt galt als erstes sichtbares Zeichen, dass der Konzern den Einsatz externer KI-Anbieter systematisch zurückfährt.
Stellenabbau als Teil des breiteren Sparprogramms
Der Wechsel zu eigenen KI-Modellen ist Teil eines umfassenderen Kostensenkungsprogramms bei Microsoft. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin Rekordsummen in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Parallel dazu baut Microsoft 2,1 Prozent seiner Belegschaft ab, was einem Abbau von 4.800 Stellen entspricht. Besonders hart trifft es die Xbox-Sparte, in der rund 3.200 Stellen wegfallen sollen.
Strategische Bedeutung eigener KI-Modelle
Für die Technologiebranche ist Microsofts Kurs ein bedeutsames Signal. Große Konzerne, die KI in großem Maßstab einsetzen, stehen unter zunehmendem Druck, die damit verbundenen Betriebskosten zu kontrollieren. Die Entwicklung eigener Modelle bietet langfristig mehr Unabhängigkeit von externen Anbietern und schützt vor steigenden Lizenzpreisen. Ob Microsofts MAI-Systeme die Leistung von Modellen wie denen von OpenAI oder Anthropic vollständig ersetzen können, bleibt eine zentrale Frage für die weitere Entwicklung der Strategie.



