Nach seinem Gold-Fehler gibt Robert Kiyosaki eine überraschende Empfehlung

Kiyosaki empfiehlt Buch statt Bitcoin oder Gold
In einem Post auf der Plattform X hob Kiyosaki das Buch „The Entropy Trap“ von Mickey M. Maini als entscheidende Lektüre für den aktuellen historischen Moment hervor. Das Buch, das ein Vorwort von Jim Rickards enthält, erklärt laut Kiyosaki, warum sogenannte vertrauensabhängige Vermögenswerte kollabieren könnten, sobald das Vertrauen in die traditionellen Finanzsysteme weltweit erodiert. Kiyosaki schreibt dazu auf X: „Weil das Buch erklärt, warum die heutigen Reichen die morgigen Armen werden.“
Konkret nennt er US-Staatsanleihen, ETFs und Investmentfonds als Beispiele für Instrumente, deren Wert vollständig auf Vertrauen beruht. Als Warnsignal wertet er, dass große Anleihegläubiger wie Japan begonnen haben, US-Anleihen abzustoßen. Seine Schlussfolgerung lautet: Wer frühzeitig nicht vertrauensabhängige Vermögenswerte identifiziert und hält, werde zu den „neuen Ultra-Reichen“ gehören. Wer hingegen veralteten Regeln folgt, riskiere den finanziellen Ruin im kommenden Systemwandel.
Goldprognose gescheitert: Kiyosaki gibt Fehler zu
Der Kurswechsel in Kiyosakis Kommunikation fällt mit einer deutlichen öffentlichen Niederlage zusammen. Ende Juni 2026 brach der Goldpreis von Höchstständen nahe 5.600 US-Dollar in Richtung der 4.000-Dollar-Marke ein. Kiyosaki kommentierte dies ungewohnt direkt auf X: „I was wrong. Gold still crashing. That’s real life.“ Dennoch hält er an seiner langfristigen Prognose fest und bekräftigt ein Kursziel von 35.000 US-Dollar für Gold innerhalb der nächsten fünf Jahre. Er betonte dabei, dass Gewinne beim Kauf und nicht beim Verkauf entstehen und dass alle Märkte natürlichen Schwankungen unterliegen.
Kritiker bleiben skeptisch
Die Reaktionen auf Kiyosakis neuen Kurs fallen gemischt aus. Kritiker verweisen auf seine Vergangenheit mit ambitionierten, teils nicht eingetretenen Prognosen. Ein Nutzer antwortete auf seinen Post: „Don’t worry Robert. You’ll be hilariously wrong again about gold being 35k/oz in 5 years.“ Zweifel am Kursziel von 35.000 US-Dollar für Gold werden vielfach geäußert.
Kiyosaki selbst positioniert sich unverändert als Finanzpädagoge. Er betont, dass es ihm nicht darum gehe, eine einzelne Anlageklasse zu bewerben, sondern darum, proaktives Lernen und ein tiefes Verständnis systemischer Veränderungen zu fördern. Die Empfehlung eines Buches statt einer konkreten Anlage unterstreicht diesen Ansatz, wirft bei Beobachtern jedoch auch die Frage auf, ob der Schritt eine Reaktion auf den Glaubwürdigkeitsverlust nach dem Golddebakel ist.
Einordnung: Wiederkehrendes Muster in der Finanzgeschichte
Kiyosakis Kernthese, dass sich Vermögensverschiebungen in Phasen großer systemischer Umbrüche historisch wiederholen, ist kein neues Konzept. Finanzhistoriker beschreiben ähnliche Muster aus vergangenen Währungs- und Schuldenkrisen. Ob die aktuelle Situation einen vergleichbaren Wendepunkt darstellt, bleibt unter Ökonomen umstritten. Kiyosaki nutzt diesen historischen Rahmen, um sein Publikum auf eine grundlegende Neuordnung des globalen Finanzsystems vorzubereiten.


