Microsoft streicht 4.800 Stellen, Xbox verliert 3.200 Jobs

Xbox verliert 3.200 Stellen in zwei Phasen
Am 6. Juli wurden zunächst 1.600 Xbox-Mitarbeitende entlassen. Weitere 1.600 Stellen sollen im Verlauf des laufenden Geschäftsjahres wegfallen, sodass sich der Abbau bei Xbox auf insgesamt rund 3.200 Rollen summiert. Sharma übernahm die Führung der Spielsparte im Februar, nachdem Phil Spencer in den Ruhestand getreten war. In einer internen Mitteilung an die Belegschaft stellte sie die wirtschaftliche Lage unverblümt dar: „Unser heutiges Geschäft ist nicht gesund.“
Als Ursachen nennt Sharma eine deutliche Margenproblematik. Die Margen von Xbox lägen drei bis zehnmal niedriger als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen. Hinzu kämen steigende Komponentenkosten für Konsolen-Hardware sowie ein wachsender Wettbewerbsdruck durch Sonys PlayStation und Nintendos Switch.
Studios werden verkauft oder in die Unabhängigkeit entlassen
Im Zuge der Umstrukturierung gibt Microsoft vier Studios ab, die es in den vergangenen Jahren erworben hatte. Compulsion Games und Double Fine Productions sollen künftig als unabhängige Unternehmen operieren. Ninja Theory und Undead Labs wechseln hingegen zu neuen Eigentümern. Die Schritte drehen damit Teile des 69-Milliarden-Dollar-Deals zurück, mit dem Microsoft vor drei Jahren Activision Blizzard übernommen hatte.
Branchentrend: Digitalisierung und KI als treibende Kräfte
Chief People Officer Amy Coleman erklärte, der rasche technologische Wandel habe die Entscheidung zum Stellenabbau mitgeprägt. Im April hatte Microsoft Mitarbeitenden bereits ein freiwilliges Abfindungsprogramm angeboten. Mehr als ein Drittel der anspruchsberechtigten Beschäftigten nahm dieses Angebot an. Die verbleibenden Entlassungen folgen nun als zweite Stufe des Programms.
Der Konzernumbau fügt sich in einen breiteren Trend ein. Tech- und Finanzunternehmen haben im Jahr 2026 regelmäßig Stellen abgebaut, da Investitionen in künstliche Intelligenz klassische Aufgabenbereiche zunehmend ersetzen. Auch Sonys angekündigtes Ende der physischen Disc-Produktion im Januar 2028 zeigt, wie stark sich die Spielebranche in Richtung digitaler Distribution verschiebt. Microsoft und Xbox scheinen diesem Wandel zu folgen.
Aktienkurs unter Druck, Umbau bis 2027
Die Nachrichten treffen Microsoft in einer schwierigen Phase an den Märkten. Die Aktie des Unternehmens hat in den vergangenen sechs Monaten rund 19 Prozent an Wert verloren. Investoren stellen sich die Frage, ob die hohen Ausgaben im Bereich künstliche Intelligenz mittelfristig die erhofften Erträge bringen werden. Die Restrukturierung bei Xbox ist vorerst bis zum Geschäftsjahr 2027 angelegt. Wie weit die Sparte bis zum Ende dieses Prozesses schrumpfen wird, bleibt offen.


