RWA überholt DeFi als führenden Web3-Gründersektor 2026

RWA verdrängt DeFi als wichtigsten Schwerpunkt
Unter den befragten Startup-Gründern gaben 29 Prozent an, ihren Fokus auf RWA und Tokenisierung zu legen. DeFi folgte mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz, während dezentrale Künstliche Intelligenz mit 11 Prozent den dritten Rang belegte. Der Bericht bezeichnet den Aufstieg tokenisierter Vermögenswerte als das deutlichste Signal in seinem Datensatz. In früheren Marktzyklen dominierte DeFi das Interesse der Gründer klar. Heute konzentrieren sich viele Projekte darauf, Finanzanlagen, Kreditmärkte und Zahlungssysteme auf die Blockchain zu bringen.
Auch auf Investorenseite spiegelt sich dieser Trend wider. Zwölf der 13 befragten Venture-Fonds, also 92 Prozent, nannten RWA und Tokenisierung als bevorzugten Sektor. DeFi und Stablecoins folgten jeweils mit 77 Prozent. Der Bericht weist darauf hin, dass die Investorenstichprobe klein ist und die Zahlen daher eher eine Richtung anzeigen als eine marktweite Gewichtung widerspiegeln. Joe Bruzzesi, General Partner bei Raptor Digital, kommentierte die Entwicklung wie folgt: „Tokenisierung ist nicht länger theoretisch. Stablecoins haben es mit einem Rekordvolumen von 322 Milliarden Dollar im Umlauf bewiesen, und RWAs sind nachgezogen.“
Eigenkapital verdrängt token-basierte Finanzierungsmodelle
Neben der sektoralen Verschiebung verändert sich auch die Struktur der Finanzierungsrunden grundlegend. Lediglich 5 Prozent der Bewerber suchen ausschließlich eine Token-Finanzierung, während 83 Prozent eine Form von Eigenkapitalbeteiligung anstreben. Investoren zeigen eine ähnliche Präferenz: Fast die Hälfte bevorzugt eine kombinierte Struktur aus Eigenkapital und Token, während nur 9 Prozent reine Token-Deals unterstützen. Diese Entwicklung passt zu Berichten, wonach öffentliche Token-Verkäufe zuletzt auf dem schwächsten Niveau seit fünf Jahren lagen.
Wachsende Reife des Web3-Ökosystems
Der Bericht zeichnet insgesamt das Bild eines gereiften Ökosystems. Rund 44 Prozent der mehr als 200 Bewerber erwirtschaften bereits Umsätze, und 7 Prozent berichten sogar von Profitabilität. Die Mehrheit der Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Phase: 89 Prozent der befragten Startups befinden sich in der Pre-Seed- oder Seed-Phase und suchen entsprechendes Kapital.
Annäherung zwischen Gründern und Investoren
Als übergeordnetes Fazit hält der Bericht fest, dass sich die Prioritäten von Gründern und Investoren zunehmend angleichen. Die Lücke zwischen dem, was gebaut wird, und dem, was finanziert wird, beginnt sich zu schließen. Für das Web3-Ökosystem könnte diese Konvergenz ein Zeichen wachsender Stabilität und Professionalisierung sein, nachdem frühere Marktphasen oft von spekulativen Projekten ohne klares Geschäftsmodell geprägt waren.



