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APPG nimmt Debanking britischer Krypto-Firmen vor FCA-Frist 2027 ins Visier

Parlamentarische Untersuchung mit klarem Zeitplan

Die Untersuchung wurde am Dienstag von den Co-Vorsitzenden Lord Vaizey of Didcot und dem Labour-Abgeordneten Gurinder Singh Josan CBE offiziell angekündigt. Schriftliche Stellungnahmen aus den Bereichen Banken, Zahlungsverkehr, Fintech und Krypto werden bis zum 31. August 2026 entgegengenommen. Die APPG prüft dabei konkrete Problemfelder: Schwierigkeiten bei der Kontoeröffnung, Überweisungslimits, Zahlungssperren sowie die Frage, ob Banken Beschränkungen verhältnismäßig anwenden. Zusätzlich wird der britische Ansatz mit den Regelungen in den USA, Hongkong, Australien und der Europäischen Union verglichen.

Ausmaß des Problems ist erheblich

Aktuelle Daten zeigen, wie gravierend die Lage für die Branche ist. Eine Studie des UK Cryptoasset Business Council vom Januar 2026 ergab, dass rund 40 Prozent aller Zahlungen an Kryptobörsen von britischen Banken blockiert oder verzögert wurden. Eine einzelne Plattform meldete im Jahr 2025 abgelehnte Transaktionen in Höhe von fast einer Milliarde Pfund. Darüber hinaus berichteten 80 Prozent der Börsen von zunehmendem Reibungsverlust bei Kundenzahlungen, und 70 Prozent beschrieben die Bankbedingungen als feindseliger als im Vorjahr.

Diese Zahlen stehen im Widerspruch zur offiziellen Regierungshaltung. HM Treasury Wirtschaftsstaatssekretärin Lucy Rigby erklärte dem Parlament im März 2026, dass lizenzierte Kryptounternehmen allein aufgrund ihrer Branchenzugehörigkeit keine Einschränkungen erfahren sollten. Die APPG will nun untersuchen, warum FCA-registrierte Unternehmen trotz regulatorischer Fortschritte weiterhin mit Bankproblemen konfrontiert sind.

FCA-Rahmen und internationaler Wettbewerb erhöhen den Druck

Die Untersuchung fällt in eine entscheidende Phase der britischen Kryptoregulierung. Das Autorisierungsfenster der FCA öffnet im September 2026, die vollständige Compliance wird ab dem 25. Oktober 2027 verpflichtend. Sollten lizenzierte Unternehmen auch nach Inkrafttreten des neuen Rahmens keine Bankdienstleistungen erhalten, könnte das Vertrauen in das gesamte Regulierungssystem leiden.

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International zeigt sich ein ähnliches Bild. In den USA haben Kryptounternehmen Bankbeschränkungen mit der sogenannten Operation Chokepoint 2.0 verglichen. Kraken erzielte zuletzt einen Vergleich über 22 Millionen US-Dollar mit einem Wirtschaftsprüfer, dem die Börse vorwarf, sie in dieser Periode verlassen zu haben. In Australien kritisierte Coinbase ebenfalls Banken wegen Beschränkungen im Kryptobereich. Die APPG wird analysieren, wie andere Jurisdiktionen mit vergleichbaren Herausforderungen umgegangen sind.

Neue Regierung steht unter Beobachtung

Die Untersuchung fällt zudem mit einem politischen Wechsel zusammen. Andy Burnham übernahm am Montag das Amt des Premierministers, John Healey wurde zum Schatzkanzler ernannt. Rechtsexperten gehen davon aus, dass globale Finanzunternehmen genau beobachten werden, ob die neue Regierung ein stabiles regulatorisches Umfeld für digitale Assets und Finanzdienstleistungen schafft. Die Branche erwartet von der Untersuchung konkrete Empfehlungen für einzelfallbasierte Risikoprüfungen anstelle pauschaler Beschränkungen für FCA-registrierte Kryptounternehmen.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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