Tesla, Alphabet, IBM berichten heute: Warum zahlen Optionshändler 86% Volatilität?

Tesla: Mehr Puts als Calls vor dem Ergebnis
Bei Tesla (TSLA) preisen Optionen eine Kursbewegung von etwa 5,6 Prozent bis Freitag ein, auf Wochensicht weitet sich die erwartete Spanne auf 7,4 Prozent aus. In absoluten Zahlen sehen Händler den Kurs zwischen 356 und 399 US-Dollar. Das ist historisch gesehen eine breite Spanne: Im Durchschnitt der letzten vier Quartalsberichte bewegte sich die Tesla-Aktie nach Ergebnissen um lediglich 4,4 Prozent.
Die Stimmung unter Optionshändlern ist überwiegend bärisch. Put-Optionen, die bei fallenden Kursen Gewinne abwerfen, überwiegen bei den Freitags-Verfallterminen deutlich gegenüber Call-Optionen. CNBC-Optionsanalyst Mike Khouw zählte rund 550 Millionen US-Dollar an Nettowetten gegen die Aktie. Als wesentliche Themen für den Bericht gelten die Gewinnmargen sowie mögliche Neuigkeiten rund um das Robotaxi-Programm des Unternehmens.
Alphabet: Bullishe Stimmung nach starkem Vorquartal
Bei Alphabet (GOOGL) ist das Bild umgekehrt. Optionen preisen eine Bewegung von etwa 5 Prozent ein, und Call-Optionen überwiegen Put-Optionen im Verhältnis von fast fünf zu eins. Händler erinnern sich an den April: Damals meldete Alphabet einen Gewinn von 5,11 US-Dollar je Aktie, während Analysten lediglich rund 2,65 US-Dollar erwartet hatten. Die Aktie sprang daraufhin um 10 Prozent und fügte dem Unternehmenswert 421 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Tag hinzu. Das war laut Bloomberg der zweitgrößte Tagesgewinn in der Unternehmensgeschichte. Im Fokus des aktuellen Berichts stehen das Cloud-Geschäft und die Ausgaben für künstliche Intelligenz.
IBM: Hohe Volatilität trotz bekannter Zahlen
IBM stellt den ungewöhnlichsten Fall der drei dar. Das Unternehmen hatte seine Quartalszahlen bereits am 14. Juli vorab veröffentlicht. Der Umsatz lag bei 17,2 Milliarden US-Dollar und blieb damit unter den Erwartungen. Allein an diesem Tag verlor die Aktie ein Viertel ihres Wertes, was laut CNBC den stärksten Kurseinbruch in der Unternehmensgeschichte darstellt. Konzernchef Arvind Krishna kommentierte das Quartal mit den Worten: „This quarter we faltered.“ Er verwies auf große Abschlüsse, die sich über das Quartalsende hinaus verzögert hätten.
Dennoch sind IBM-Optionen aktuell die teuersten der drei Unternehmen. Die implizite Volatilität liegt für Freitag bei über 86 Prozent. Händler zahlen dabei nicht für Unsicherheit über die bereits bekannten Ergebnisse, sondern für Absicherung gegen möglicherweise schlechte Ausblicke und neue Prognosen des Managements.
Grenzen der Optionsdaten
Bei der Interpretation dieser Daten ist Vorsicht geboten. Optionsflüsse sind anonym und zeigen lediglich die Größe von Wetten, nicht deren Urheber. Hedgefonds-Positionen werden erst 45 Tage nach Quartalsende in Pflichtmitteilungen öffentlich. Zudem sind die eingepreisten Kursbewegungen lediglich statistische Schätzungen und keine Obergrenzen. Alphabet und IBM haben in diesem Jahr beide bewiesen, dass tatsächliche Bewegungen die Erwartungen deutlich übertreffen können.



