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XRP vor entscheidendem Rechtstest in Kalifornien: Überlebt Ripple den 1. Juli?

Was das DFAL von Unternehmen verlangt

Kaliforniens Digital Financial Assets Law wurde ursprünglich unter AB 39 verabschiedet und später geändert. Der operative Stichtag wurde durch AB 1934, unterzeichnet von Gouverneur Gavin Newsom im September 2024, vom 1. Juli 2025 auf den 1. Juli 2026 verschoben. Dieser Aufschub sollte Regulierern und Unternehmen Zeit geben, die nötige Compliance-Infrastruktur aufzubauen. Die Frist läuft nun definitiv ab.

Seit dem 9. März 2026 nimmt die DFPI DFAL-Anträge über das Nationwide Multistate Licensing System entgegen. Das Gesetz verbietet es jedem Unternehmen, digitale Finanzdienstleistungen für Einwohner Kaliforniens anzubieten oder auch nur entsprechende Werbung zu schalten, sofern es keine Lizenz besitzt, keinen vollständigen Antrag eingereicht hat oder keine spezifische Ausnahmeregelung erfüllt. Ein vollständiger Antrag muss unter anderem Unterlagen zur Unternehmensstruktur, Finanzberichte, AML- und CTF-Programme sowie Governance-Rahmenpläne enthalten. Die Antragsgebühr beläuft sich auf 7.500 US-Dollar zuzüglich angemessener Prüfkosten der DFPI.

Die Lücke zwischen Engagement und verifizierbarer Compliance

Ripple hat sich aktiv in den regulatorischen Prozess eingebracht. Das Unternehmen reichte 2026 formelle schriftliche Kommentare an die DFPI ein, adressiert an Regulations Coordinator Diana Pha. Darin bestätigte Ripple die Kenntnis der Julii-Frist und sprach sich für eine Änderung von Abschnitt 80.3002(a)(5) der vorgeschlagenen Verordnungen aus. Konkret beantragte das Unternehmen, dass Inhaber einer DFAL-Lizenz nicht zusätzlich eine separate Money Transmitter License vorhalten müssen. Ripple hält derzeit mehr als 40 solcher Lizenzen in den USA und ist zudem als Limited Purpose Trust Company durch das New York Department of Financial Services zugelassen, das RLUSD direkt reguliert.

XRP-Analyst WrathofKahneman machte am 19. Juni 2026 auf die Diskrepanz aufmerksam. Er wies darauf hin, dass die öffentlichen DFPI-Unterlagen durch März 2026 keine Ripple-Entität unter den DFAL-Antragstellern aufführen. Sein Beitrag erreichte 13.487 Aufrufe und 88 Reposts. Der Analyst betonte jedoch ausdrücklich, dass das Fehlen im öffentlichen Register nicht zwingend bedeutet, dass kein Antrag gestellt wurde, da Einreichungen möglicherweise noch nicht in den öffentlichen Unterlagen erscheinen. Angesichts des direkten DFPI-Engagements von Ripple hält er eine Antragstellung für wahrscheinlich.

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Operative Konsequenzen für RLUSD und den kalifornischen Markt

Für Ripple sind die operativen Risiken erheblich. Ohne einen eingereichten Antrag oder eine erteilte Lizenz darf RLUSD nach dem 1. Juli 2026 für Einwohner Kaliforniens weder ausgegeben, noch eingelöst noch verwahrt werden. Ausstellungen, Rücknahmen und Verwahrung sind aber die Kernfunktionen des Stablecoin-Geschäfts. Einen teilweisen Compliance-Pfad gibt es nicht. Kalifornien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt und stellt damit keinen Randmarkt dar. Unternehmen, die die Frist verpassen und dennoch weiter Einwohner Kaliforniens bedienen, riskieren Unterlassungsanordnungen, zivilrechtliche Strafen und mögliche strafrechtliche Konsequenzen nach dem California Financial Code.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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