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Russlands Duma verabschiedet Krypto-Gesetz, das den Markt zerstören könnte

Was das Gesetz erlaubt und was es verbietet

Das Gesetz unter der Nummer 1194918-8 erlaubt Privatpersonen und Unternehmen, Kryptowährungen über lizenzierte russische Intermediäre zu kaufen und zu verkaufen. Zu diesen Intermediären zählen Broker, Vermögensverwalter, Börsen, digitale Verwahrstellen sowie eine neue Kategorie registrierter Krypto-Exchanger. Eine digitale Verwahrstelle übernimmt dabei die Aufbewahrung und Verbuchung von Kundenvermögen, ähnlich einem klassischen Verwahrer. Krypto-Zahlungen für Waren und Dienstleistungen innerhalb Russlands bleiben hingegen weiterhin verboten.

Für Privatanleger gelten strenge Bedingungen: Sie müssen einen Wissenstest bestehen und dürfen ausschließlich besonders liquide Vermögenswerte erwerben, die nach Kriterien der russischen Zentralbank ausgewählt werden. Aktuell würden voraussichtlich Bitcoin, Ethereum und USDT diese Kriterien erfüllen. Das jährliche Kauflimit beträgt 300.000 Rubel pro Intermediär. Qualifizierte Investoren unterliegen keiner Kaufobergrenze.

Ausländische Börsen verlieren den Zugang zum russischen Bankensystem

Ab dem 1. Juli 2027 müssen russische Banken direkte Zahlungen an nicht lizenzierte ausländische Börsen blockieren. Andrey Tugarin, Gründer der Kanzlei GMT Legal, erklärte, dass Nutzer ausländische Plattformen nach diesem Datum nicht mehr direkt über russische Banken finanzieren können. Darüber hinaus sieht das Gesetz eine 48-stündige Anti-Betrugs-Sperrfrist für bestimmte Krypto-Transaktionen vor. Diese greift ab einem Schwellenwert von 300.000 Rubel bei Transfers innerhalb russischer Infrastruktur und ab 100.000 Rubel bei Transfers in internationale Infrastruktur.

Hohe Anforderungen an neue Marktteilnehmer

Registrierte Krypto-Exchanger müssen ein Mindestkapital von 15 Millionen Rubel nachweisen. Zusätzlich sind Anti-Betrugs-Systeme, eine strikte Trennung von Kunden- und Unternehmensvermögen sowie umfangreiche Compliance-, Personal- und Cybersicherheitsanforderungen vorgeschrieben. Tugarin betonte, dass Krypto-Exchanger eine vollständig neue Rechtsform darstellen und kein bestehendes russisches Unternehmen diesen Status automatisch innehat. Das Gesetz ermöglicht Exporteuren, Importeuren, Minern, Exchangern und Verwahrstellen einen erweiterten Zugang zu Kryptowährungen für den Außenhandel. Stablecoins wie USDT und USDC werden als ausländische digitale Instrumente klassifiziert.

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Kritik aus der Branche: „Das ist ein Verbot“

Sergey Mendeleev, Gründer von Exved, übte scharfe Kritik an dem Gesetz. Die Branche habe seit Dezember 2025 detaillierte Vorschläge eingereicht, die Gesetzgeber hätten diese jedoch weitgehend ignoriert. Der Rahmen begünstige ausgewählte Banken, Börsen und Außenhandelsakteure, während gewöhnliche Nutzer und bestehende Krypto-Unternehmen stark eingeschränkt würden. Traditionelle Finanzunternehmen könnten zudem Millionen verlieren, bevor sie erkennten, dass der Krypto-Handel nicht die erwarteten Margen liefere. „Das ist keine Regulierung. Das ist ein Verbot. Wie bei Casinos oder Forex, schloss Mendeleev. Die Hauptregeln treten am 1. September 2026 in Kraft, eine Übergangsfrist endet am 1. Juli 2027.

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