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Benjamins Cowens neues Memo deutet auf Bitcoin-Tief bei 44.000 $ im Q4 hin

Das 2019-Analog läuft aus

Cowens Kernthese vergleicht den Oktober-2025-Hochpunkt mit dem Juni-2019-Hoch. Beide Peaks entstanden aus Gleichgültigkeit der Marktteilnehmer heraus, nicht aus Euphorie, und beide bildeten sich kurz vor dem formalen Ende der quantitativen Straffung der US-Notenbank. Bitcoin befindet sich aktuell seit 282 Tagen in seinem Rückgang. Das 2019-Analog hatte seinen Tiefpunkt an Tag 261 erreicht, ausgelöst durch den pandemiebedingten Crash im März 2020. Cowen wertet diesen Einbruch jedoch als externen Schock und nicht als zyklischen Mechanismus. Da ein vergleichbares Ereignis diesmal ausblieb, rechnet er mit einer Bodenbildung durch den Faktor Zeit statt durch einen plötzlichen Kursschock.

Der aktuelle Kurs liegt bei rund 0,520 des Oktober-2025-Rekordhochs oberhalb von 126.000 US-Dollar, was einem Rückgang von 48 Prozent entspricht. Die Aufmerksamkeit des Einzelhandels ist dabei nicht zurückgekehrt: Die Aufrufzahlen bei großen Krypto-YouTube-Kanälen liegen bei rund 389.000 und damit eine Größenordnung unter dem Höchststand von knapp vier Millionen im Jahr 2021. Cowen bezeichnet dieses Phänomen als „Apathie-Signatur“, die diesen Zyklus klar von den euphorischen Höchstständen 2017 und 2021 unterscheidet.

Midterm-Jahre sind historisch die schwächste Phase

2026 ist ein Midterm-Wahljahr in den USA und gilt historisch als das schwächste Jahr im Vier-Jahres-Zyklus von Bitcoin. Die vorangegangenen Midterm-Jahre 2014, 2018 und 2022 zeigten allesamt eine Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte ohne Jahresendrally. August und September verliefen in allen drei Fällen negativ, mit Verlusten im August zwischen 15 und 18 Prozent. Cowens Year-to-Date-Kennzahl ist zwar auf 0,731 gestiegen und liegt damit wieder über dem Midterm-Durchschnitt. Wendet man jedoch den historischen Verfallspfad an, würde dieser Wert bis Jahresende auf etwa 0,49 sinken, was einem Preis von rund 43.800 US-Dollar entspräche. Cowen betont ausdrücklich, dass es sich dabei um eine illustrative Projektion aus drei Datenpunkten handelt, nicht um ein verbindliches Kursziel.

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On-Chain-Daten signalisieren unvollständige Bodenbildung

Aus On-Chain-Sicht zweifelt Cowen daran, dass das Tief bereits erreicht ist. Der MVRV-Z-Score liegt bei 0,395. In früheren Zyklen bildete sich der Boden erst, nachdem dieser Indikator unter null gefallen war. Das würde voraussetzen, dass der Bitcoin-Kurs unter den realisierten Preis fällt, der aktuell bei rund 53.000 US-Dollar liegt. Das Sommertief von etwa 57.000 US-Dollar näherte sich diesem Niveau, ohne es zu erreichen. Sein Zielkurs von 43.800 US-Dollar liegt damit im Korridor zwischen dem realisierten Preis und dem „Balanced Price“ von 37.700 US-Dollar. Zudem sind ETF-Bestände, die Ende 2025 noch über 1,25 Millionen BTC lagen, seitdem rückläufig, was die marginale Nachfrage abschwächt.

Zwei unabhängige Modelle, ein gemeinsamer Zielbereich

Bemerkenswert ist die Übereinstimmung mit einem anderen Ansatz: Die Modelle von Krypto news hatten eine Woche zuvor einen Boden zwischen 44.000 und 47.000 US-Dollar für Anfang Oktober projiziert. Der logarithmische Fibonacci-Mittelpunkt liegt bei 44.428 US-Dollar, rund 700 US-Dollar von Cowens Zahl entfernt. Für eine Bestätigung des Trendwechsels verlangt sein Rahmenwerk zwei aufeinanderfolgende Wochenschlusskurse oberhalb der 50-Wochen-SMA bei etwa 86.500 US-Dollar. Bei einem aktuellen Kurs von rund 63.158 US-Dollar, einem Tagesrückgang von 2,7 Prozent, liegt Bitcoin noch etwa 37 Prozent unter dieser Marke. Cowen fasst seine Einschätzung klar zusammen: „Das Rahmenwerk befindet sich im Bottom-Watch-Modus, wobei das Tief höchstwahrscheinlich eher Monate als Wochen entfernt ist.“

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