Bundesankläger: Sioux-Falls-Krypto-Investor soll 20-Millionen-Dollar-Betrug begangen haben

Vorwürfe: Ponzi-System mit Krypto und Fiat
Laut Anklageschrift warb der 43-Jährige über mehrere Unternehmen sowohl Bargeld als auch digitale Währungen von Investoren ein, dabei soll er falsche Angaben und betrügerische Zusicherungen gemacht haben. Dutzende Geschädigte in South Dakota und Minnesota sind betroffen. Die Staatsanwaltschaft beschreibt eine Struktur, die typisch für Ponzi-Systeme ist: Wenn die Mittel zur Neige gingen oder ein Investor eine Rückzahlung forderte, soll Wiener neue Investoren angeworben und deren Geld genutzt haben, um frühere Geldgeber auszuzahlen und persönliche Ausgaben zu decken.
Die Geldwäsche soll sowohl über Bankkonten als auch über Kryptobörsen abgewickelt worden sein. Dieser gemischte Geldfluss aus klassischen Währungen und Kryptowährungen habe die Aktivitäten nach Angaben der Behörden verschleiert. Die Anklagepunkte umfassen Überweisungsbetrug, Geldwäsche, Bankbetrug und schweren Identitätsdiebstahl.
Acht Gesellschaften als Tarnstruktur
Wiener soll das mutmaßliche Schema durch insgesamt acht Gesellschaften betrieben haben. Die meisten trugen den Namen „Benaiah“, darunter die Benaiah Capital LLC und die Benaiah Digital LP. Weitere genannte Unternehmen sind die Aslan Management LLC sowie Runway Four10. Solche Unternehmensstrukturen werden in Betrugsfällen häufig eingesetzt, um Geldflüsse zu verschleiern und die tatsächliche Kontrolle über Vermögenswerte zu verbergen.
Zusätzlicher Vorwurf: Bankbetrug mit falschen Dokumenten
Gesondert wirft die Staatsanwaltschaft Wiener vor, eine Bank in Sioux Falls betrogen zu haben. Im April 2025 soll er sich durch gefälschte Unterlagen eine Kreditlinie in Höhe von einer Million US-Dollar verschafft haben. Dabei soll er ohne Erlaubnis die Identitätsdaten einer anderen Person verwendet haben, was den zusätzlichen Anklagepunkt des schweren Identitätsdiebstahls begründet.
Einordnung: Wachsende Zahl von Krypto-Strafverfolgungen
Der Fall reiht sich in eine wachsende Liste von Bundesanklagen gegen mutmaßliche Betrüger ein, die Kryptowährungen genutzt haben sollen, um Erlöse zu verschleiern. Das US-Justizministerium klagte im Jahr 2025 insgesamt 265 Betrugsangeklagte an, mit beabsichtigten Schäden von über 16 Milliarden US-Dollar. Kryptowährungen ermöglichen zwar schnelle und grenzüberschreitende Transaktionen, hinterlassen jedoch auf der Blockchain nachverfolgbare Spuren, die Ermittler zunehmend für Strafverfolgungen nutzen.
Es ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Vorwürfen gegen Wiener bislang um Anklagen handelt. Er gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.



