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Darum hat Galaxy die Chancen für den Clarity Act halbiert

Zweite Abstufung innerhalb weniger Wochen

Die Korrektur ist bereits die zweite in kurzer Folge. Damit fallen die Chancen auf das Niveau vom April zurück, nachdem sie im Mai nach dem Markup im Bankenausschuss des Senats kurzzeitig auf 75 Prozent gestiegen waren. Thorn erklärte in seinem Statement, er halte eine Abstimmung im Juli noch für möglich, aber ob das Gesetz die erforderlichen 60 Stimmen im Senat erreichen könne, sei derzeit nicht absehbar. Der CLARITY Act hatte das Repräsentantenhaus am 17. Juli 2025 mit einem deutlichen Ergebnis von 294 zu 134 Stimmen passiert, wobei 78 Demokraten für das Gesetz stimmten.

Strukturelle Hürden im Senat

Der US-Senat hat sich bis zum 13. Juli vertagt, was den verbleibenden Zeitraum vor der Augustpause auf rund zwei bis drei Wochen schrumpfen lässt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bankenausschuss und der Landwirtschaftsausschuss noch keinen gemeinsamen Gesetzesentwurf veröffentlicht haben. Ohne diesen konsolidierten Text kann Mehrheitsführer John Thune keine Plenarsitzung ansetzen. Verzögert sich die Abstimmung bis September, trifft das Gesetz direkt auf die Midterm-Wahlkampfsaison, in der überparteiliche Zusammenarbeit bei komplexen Finanzmarktgesetzen historisch schwierig ist.

Konkurrenz bekommt der CLARITY Act von mehreren anderen Vorhaben, die im Senat Priorität genießen, darunter FISA-Gesetzgebung, der National Defense Authorization Act, ein Wohnungsbauprogramm sowie ein Rückstand bei Nominierungsverfahren.

Offene Fragen bei Ethikregeln

Neben dem Zeitdruck bleiben inhaltliche Punkte ungelöst. Ein Änderungsantrag von Senator Van Hollen zu Interessenkonflikten bei Krypto-Beständen von Regierungsbeamten scheiterte im Ausschuss mit 11 zu 13 Stimmen. Die Senatoren Ruben Gallego und Cory Booker haben durchsetzbare Ethikregeln zur Bedingung für ihre Zustimmung gemacht. Dieser Punkt ist nicht gelöst, sondern lediglich vertagt.

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Galaxy gegen Polymarket: eine wachsende Lücke

Auffällig ist die Abweichung zwischen Galaxys institutioneller Einschätzung und der Prognose der Prognoseplattform Polymarket. Während Galaxy die Wahrscheinlichkeit auf 50 Prozent beziffert, taxieren Polymarket-Nutzer die Chancen auf lediglich 41 Prozent, nach einem Hoch von 82 Prozent im Februar. Die Differenz spiegelt unterschiedliche Annahmen wider: Galaxy rechnet damit, dass Senatorin Cynthia Lummis ihr Ziel einer Textveröffentlichung um den 4. Juli einhält und Thune eine Abstimmung vor der Pause zusagt. Polymarket bewertet eher die historische Basisrate, nach der der Senat komplexe Gesetze unter Zeitdruck oft nicht abschließt.

Was nun entscheidend ist

Senatorin Lummis warnte, ein Scheitern 2026 könne Marktstrukturgesetzgebung bis 2030 oder später verschieben, da sich die Zusammensetzung des Kongresses nach den Novemberwahlen verändern könnte. Für institutionelle Marktteilnehmer, die auf eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC warten, verlängert jede Verzögerung die regulatorische Unsicherheit. Das nächste entscheidende Signal ist die Veröffentlichung des gemeinsamen Senatsentwurfs. Erscheint er in der ersten Julihälfte, könnte Galaxy seine 50-Prozent-Schätzung halten oder sogar anheben. Bleibt er aus, droht eine weitere Abstufung.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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