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Gold und Silber verloren 700 Mrd. $, als Iran Bab el-Mandeb bedrohte – folgt Bitcoin?

Massiver Edelmetall-Ausverkauf trotz geopolitischer Eskalation

Gold fiel um 1,7 Prozent und brach unter die Marke von 4.000 US-Dollar, was einem Wertverlust von rund 485 Milliarden US-Dollar entspricht. Silber verlor 3 Prozent und sank unter 55,50 US-Dollar, den tiefsten Stand seit etwa sieben Monaten. Damit summierten sich die kombinierten Verluste beider Metalle bis zum späten Handel auf knapp 700 Milliarden US-Dollar. Paradoxerweise löste ausgerechnet eine geopolitische Drohung den Einbruch aus. Normalerweise treiben solche Nachrichten Anleger in sichere Häfen wie Gold. Diesmal floss das Kapital stattdessen in US-Dollar und kurzlaufende US-Staatsanleihen, die inzwischen attraktive Renditen bieten, während Gold und Silber keine laufenden Erträge abwerfen.

Der Rückgang setzt einen längeren Abwärtstrend fort. Gold hatte Ende Januar noch ein Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar markiert, Silber war auf über 121 US-Dollar gestiegen. Seitdem hat Gold rund 28 Prozent seines Wertes eingebüßt. Die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh hielt die Zinsen zuletzt im Juni bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Protokolle der Sitzung zeigen jedoch, dass ein Teil der Notenbanker weitere Zinserhöhungen befürwortet, was den Druck auf nicht zinstragende Anlagen wie Edelmetalle verstärkt.

ETF-Abflüsse beschleunigen die Rotation aus Gold

Institutionelle Anleger ziehen sich spürbar aus Gold-Fonds zurück. Der weltgrößte gold-gedeckte ETF, SPDR Gold Shares (GLD), verzeichnete seit dem 1. März Abflüsse von 14,4 Milliarden US-Dollar. Das entspricht 50 Prozent mehr als die 9,6 Milliarden US-Dollar, die im gleichen Zeitraum aus allen Bitcoin-Spot-ETFs abgezogen wurden. Allein im März flossen 8,5 Milliarden US-Dollar aus GLD ab, ein monatlicher Rekordwert. Im Juli verlangsamten sich die Abflüsse jedoch deutlich auf bislang 46 Millionen US-Dollar, was darauf hindeutet, dass der Ausverkauf an Intensität verliert.

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Wie tief der Rückgang einzelne Marktteilnehmer trifft, zeigt das Beispiel Antalpha, eines an der Nasdaq notierten Kreditgebers mit Verbindungen zum Bitcoin-Mining-Unternehmen Bitmain. Das Unternehmen hält Gold in Form von Tether Gold (XAUt), einem durch physische Goldbarren in Schweizer Tresoren besicherten Token. Laut Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Arkham hat Antalpha bereits über 50 Millionen US-Dollar an realisierten Goldgewinnen abgegeben. Der XAUt-Bestand des Unternehmens schrumpfte von einem Januarhoch von 329,9 Millionen auf zuletzt 138,8 Millionen US-Dollar.

Bitcoin im Safe-Haven-Test: Stabilität, aber keine Garantie

Bitcoin notierte am Donnerstag bei rund 64.650 US-Dollar und legte damit wochenweit etwa 4 Prozent zu. Daniela Hathorn, Senior-Marktanalystin bei Capital.com, erklärt die relative Stabilität unter anderem mit rückläufigen Inflationsdaten. Sie warnt jedoch, dass Bitcoin weiterhin als makroökonomischer Vermögenswert gehandelt wird, der auf Zinsentscheidungen und ETF-Zuflüsse reagiert. Als entscheidende technische Marken nennt sie die Unterstützungszone zwischen 63.000 und 64.000 US-Dollar sowie den ersten nennenswerten Widerstandsbereich zwischen 65.500 und 66.000 US-Dollar. Die eigentliche Frage bleibt offen: Kann Bitcoin die 63.000-Dollar-Marke verteidigen, während Gold und Silber weiter nach einem Boden suchen?

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