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Indien: Goldrabatte weiten sich auf 19 Dollar aus, Chinas Kaufserie erreicht 20 Monate

Indien: Rabatte steigen, Käufer warten ab

Die hohe Volatilität beim Goldpreis hat viele indische Käufer in den vergangenen Tagen an die Seitenlinie getrieben. Der Spotpreis war Ende Juni auf ein Sieben-Monats-Tief gefallen, bevor er wieder anzog. Diese Kursschwankungen veranlassen viele Verbraucher, neue Käufe zu verschieben. Laut Reuters haben Händler deshalb ihre Abschläge auf bis zu 19 US-Dollar je Feinunze ausgeweitet, um Ware überhaupt bewegen zu können.

Ein weiterer Faktor drückt auf die Nachfrage nach frisch gefördertem Gold: Immer mehr Käufer tauschen alten Schmuck gegen neue Stücke ein, anstatt frisches Bullion zu erwerben. Dadurch müssen Juweliere ihre Lagerbestände seltener auffüllen. Die Daten des World Gold Council belegen diesen Trend: Im ersten Quartal sanken die indischen Schmuckvolumina um 19 Prozent im Jahresvergleich. Die Investmentnachfrage nach Barren und Münzen legte hingegen zu. Händler berichten, dass viele Käufer zunächst die Preisentwicklung im Juli beobachten wollen, bevor sie frisches Kapital einsetzen.

China: Zentralbank kauft seit 20 Monaten ununterbrochen

Die People’s Bank of China hat im Juni 480.000 Unzen Gold erworben. Es war bereits der 20. Monat in Folge mit Zukäufen, eine der längsten Kaufserien seit 2015. Die Gesamtreserven des Landes belaufen sich damit auf rund 2.346 Tonnen, was weniger als zehn Prozent der gesamten Devisenreserven Chinas entspricht. Beijing verfolgt damit eine klare Strategie zur Diversifizierung weg vom US-Dollar.

Die kontinuierlichen chinesischen Käufe stützen den Goldpreis, auch wenn die breitere Nachfrage nachlässt. JPMorgan hat zuletzt sein Kursziel für das vierte Quartal gesenkt und schwächere Dynamik als Begründung genannt. Gleichzeitig halten Analysten fest, dass die chinesischen Zentralbankkäufe einen Teil dieses Abwärtsdrucks ausgleichen.

Siehe auch  Umfrage: 52% der Investoren kauften STRC und SATA unter Nennwert von 100 $

Hongkong positioniert sich als regionales Goldzentrum

Parallel zu diesen Entwicklungen hat Hongkong am 7. Juli ein zentrales Clearingsystem für Gold gestartet und den Handel mit dollarbezogenen Gold-Futures wieder aufgenommen. Die Volumina der neuen Kontrakte erreichten sofort ein Rekordhoch, mehr als doppelt so hoch wie der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2022. Um Banken und Bullionproduzenten anzuziehen, verzichtet die Börse für ein Jahr auf Handelsgebühren.

Hongkong will sich als Abrechnungs- und Preisbildungszentrum für asiatische Goldströme etablieren. Ein geplanter, auf Yuan lautender Kontrakt soll in Zusammenarbeit mit der Shanghai Gold Exchange entstehen und könnte mittelfristig den etablierten Dollar-Benchmarks Konkurrenz machen. Beobachter werden verfolgen, ob diese neue Infrastruktur die regionalen Preisaufschläge und Abschläge in den kommenden Monaten beeinflusst.

Ausblick: Festsaison und geopolitische Reservestrategie im Fokus

Analysten richten ihren Blick darauf, ob die chinesischen Käufe die schwache indische Nachfrage weiterhin ausgleichen können. Eine schwächere Rupie sowie die bevorstehende indische Festsaison könnten die Kaufbereitschaft im Laufe des Jahres noch einmal beleben. Die Reservestrategie Pekings und die neue Marktinfrastruktur in Hongkong dürften die Goldpreisbildung in Asien weit über das laufende Quartal hinaus prägen.

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