IREN-Aktie fällt nach 700-Millionen-Dollar-Aktienpaket für CEO

18,2 Millionen Aktieneinheiten bis 2033 gesperrt
Der Verwaltungsrat von IREN genehmigte am 30. Juni jeweils 9.099.328 sogenannte Restricted Stock Units für Daniel und William Roberts. Zusammen entspricht das Paket rund 5 Prozent des gesamten Unternehmens. Die Einheiten werden über vier Jahre unverfallbar, unterliegen jedoch zusätzlich einer zweijährigen Veräußerungssperre je Tranche. Die letzten Anteile werden damit erst im Geschäftsjahr 2033 vollständig frei. Bis zum Geschäftsjahr 2031 dürfen die beiden Führungskräfte keine weiteren Aktienprämien erhalten.
Die Roberts-Brüder gründeten IREN im Jahr 2018, nachdem sie zuvor als Banker bei Macquarie tätig waren. Das Unternehmen wurde 2021 an der Nasdaq gelistet und gehört heute zu den Bitcoin-Minern, die ihr Geschäftsmodell in Richtung KI-Computing umbauen.
Doppeltes Stimmrecht und schwindender Einfluss
Die zeitliche Gestaltung des Aktienpakets ist nicht zufällig. Beide Gründer halten je eine Aktie der Klasse B, die bei der Notierung 15 Stimmen pro gewöhnlicher Aktie gewährt. Im August hielt jeder Bruder 2,3 Prozent des Eigenkapitals, verfügte jedoch über 21,8 Prozent der Stimmrechte. Gemeinsam kontrollierten sie damit knapp 44 Prozent der Stimmen. Dieses Sonderrecht läuft jedoch rund im November 2033 aus, also nahezu zeitgleich mit dem Ende der neuen Aktienbindung. Der Council of Institutional Investors empfiehlt, solche Dual-Class-Strukturen nach spätestens sieben Jahren auslaufen zu lassen.
Gleichzeitig wächst die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien stark. Vom vergangenen August bis März stieg die Aktienzahl von rund 272 Millionen auf 341 Millionen, was die Stimmrechtsanteile der Gründer weiter verdünnt.
Kritik von Leerverkäufer Jim Chanos
Besonders deutliche Kritik kam von Leerverkäufer Jim Chanos. Er bezifferte die Vergabe auf nahezu 17 Prozent des projizierten kumulierten bereinigten Nettogewinns von IREN in den Geschäftsjahren 2027 bis 2030. Chanos bemängelte vor allem, dass die Aktien allein an Betriebszugehörigkeit und nicht an Unternehmensleistung geknüpft sind. Auf der Plattform X schrieb er: „Wenn die Aktie in den nächsten vier Jahren um 50 Prozent fällt, besitzen sie immer noch Anteile im Wert von 400 Millionen Dollar. Wie ist das eine Vergütung für Leistung?“
IREN verteidigt die Entscheidung
Das Unternehmen rechtfertigte die Maßnahme in seiner Pflichtmitteilung. Der Verwaltungsrat habe zunächst leistungsbasierte und hybride Modelle geprüft. Die gewählte Struktur sei der Abschluss eines mehrjährigen Vergütungsplans. IREN erklärte: „Die Aktienprämien sollen die Co-CEOs halten und dazu bewegen, das Unternehmen durch seine nächste Wachstumsphase und die Umsetzung des langfristigen strategischen Plans zu führen.“ Ob die Konstruktion als Interessengleichrichtung oder als Absicherung von Gründerkontrolle zu werten ist, wird letztlich vom Erfolg des Umbaus hin zur KI-Infrastruktur abhängen.



