Ethereum NewsKrypto NewsMakerRipple (XRP) NewsStatusStrongTether

MiCA war der leichte Teil, jetzt steht EU-Krypto vor dem echten Test

90 Prozent der Anbieter verschwanden vom Markt

Die Zahlen sind eindrücklich. Europa zählte einmal rund 2.700 registrierte Virtual Asset Service Provider (VASPs). Im ESMA-Register standen zum Zeitpunkt einer Podiumsdiskussion des Krypto news-Panels lediglich etwas mehr als 200 zugelassene CASPs. Das entspricht einer Ausfallquote von etwa 90 Prozent. An der Runde beteiligten sich Führungskräfte von Tesseract und Wincent sowie Vyara Savova, leitende Politikverantwortliche beim European Ethereum Institute.

James Harris, CEO des MiCA-zugelassenen Vermögensverwalters Tesseract, betonte, dass der Betrieb als CASP zehn- bis fünfzehnmal aufwendiger sei als der frühere VASP-Status. Ryan Miller, Head of APAC beim Market Maker Wincent, sieht in den hohen Abgangszahlen ein klares Signal: Wer Compliance nicht zur obersten Priorität gemacht habe, sei zwangsläufig ausgeschieden. „Es muss die Nummer eins im Unternehmen sein. Und wenn das nicht so ist und nicht alle mitziehen, dann bekommt man solche Zahlen. Neunzig Prozent der Firmen schließen“, sagte Miller während der Diskussion.

Durchsetzung als entscheidender Nächster Schritt

Mit dem Ende der Lizenzierungsphase verlagert sich die Aufmerksamkeit auf die Aufsicht. Harris warnte, dass lizenzierte Unternehmen weiterhin unter Druck stehen, solange Offshore-Anbieter europäische Nutzer ohne gleichwertige Auflagen bedienen können. „Das alles wäre Zeitverschwendung, wenn die Regulatoren nicht einschreiten und Unterlassungsverfügungen gegen Organisationen ausstellen, die nicht konforme Versionen dessen anbieten, womit wir effektiv konkurrieren“, so Harris.

Erste Zeichen sind gemischt. Bybit schränkte den Handel im Europäischen Wirtschaftsraum ein, nachdem Binance sich zurückgezogen hatte. Tether (USDT) wurde in mehreren EU-Ländern von Handelsplattformen delistet. Gleichzeitig meldete ESMA Anfang Juli 37 neu zugelassene Unternehmen, womit die Gesamtzahl auf 280 lizenzierte EU-CASPs stieg, darunter auch Standard Chartered.

Siehe auch  JPMorgan empfiehlt KI-Chip-Nachkäufe, Morgan Stanley setzt anders

Konsolidierung und der Blick auf MiCA 2

Savova beobachtet eine zunehmende Konzentration auf größere Marktteilnehmer. Gleichzeitig kristallisieren sich einige wenige Mitgliedstaaten als bevorzugte Lizenzierungsstandorte heraus. Polen beispielsweise trat in die Deadline mit null zugelassenen CASPs ein, weil nationale Gesetzgebung ins Stocken geraten war. „Es gibt eine sichtbare Konsolidierung, und ich denke, der Markt wird definitiv die Reife durchlaufen, über die wir alle schon eine Weile sprechen“, sagte Savova.

Das Regelwerk selbst steht bereits wieder zur Diskussion. Savova verwies auf die Konsultation der Europäischen Kommission zur MiCA-Überprüfung, die in der Branche als MiCA 2 bezeichnet wird. Die Antwortfrist wurde vom 31. August auf den 30. September verlängert. Dass Ripple unterdessen eine neue MiCA-Zulassung erhielt, zeigt, dass große Unternehmen weiterhin auf den europäischen Rahmen setzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob nationale Behörden konsequent gegen nicht konforme Anbieter vorgehen. Diese Antwort, mehr als jede Lizenzzahl, wird entscheiden, ob Europas regulatorische Wette aufgeht.

Krypto News Deutschland

Das beliebte Magazin für die aktuellsten Krypto News zu Kryptowährungen auf deutsch. Experten-Analysen, Prognosen, Nachrichten und Kurse zu allen Coins, findest du zuverlässig und in Echtzeit auf unserem Magazin.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"