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Nvidias neuer Weg, vom KI-Boom zu profitieren: Zahlen Startups mit?

Von einmaligen Chipverkäufen zu wiederkehrenden Einnahmen

Bislang verdiente Nvidia beim Verkauf eines Grafikprozessors (GPU) eine einmalige Zahlung. Das neue Modell ergänzt diesen Erlös um einen wiederkehrenden Einkommensstrom. Cloud-Partner erwerben Nvidia-Systeme und verkaufen Startups, die kein eigenes Kapital für Rechenzentren aufbringen können, Zugang zu diesen Kapazitäten. Im Gegenzug erhält Nvidia einen Anteil der Cloud-Einnahmen, die mit diesen Chips erwirtschaftet werden. Laut dem Blogbeitrag biete diese Struktur Nvidia „einen wiederkehrenden, nutzungsgebundenen Einkommensstrom“.

Erste Partner und konkrete Projekte

Zu den ersten Unternehmen, die das neue Modell nutzen, gehören Sharon AI und Firmus. Sharon AI plant den Einsatz von bis zu 40.000 Grace Blackwell GB300-Chips unter dem Programm und bezeichnet seinen Aufbau als souveräne Recheninfrastruktur für Märkte außerhalb der USA. Firmus errichtet einen Campus mit einer Leistung von 360 Megawatt in Batam, Indonesien, der Platz für bis zu 170.000 weitere GPUs bieten soll und laut Berichten im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll. Batam liegt rund 20 Kilometer von Singapur entfernt.

Strategische Bindung und wachsender Wettbewerb

Das Programm hat eine klare strategische Komponente: Startups, die die Rechenkredite in Anspruch nehmen, bleiben für Jahre an Nvidias Chips und Software gebunden. Das stärkt den sogenannten Burggraben des Unternehmens in einem Markt, in dem der Wettbewerb zunimmt. China hat zuletzt ein großes Sprachmodell ohne Nvidia-Chips trainiert, und Abnehmer testen zunehmend günstigere Alternativen. Gleichzeitig melden große Einkäufer rückläufige Bestellungen, weshalb Nvidia mit dem neuen Modell seine Kundenbasis erweitern will.

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Kritik: Kreislauffinanzierung und Blasenrisiken

Analysten vergleichen das Konstrukt mit der Herstellerfinanzierung aus der Dotcom-Ära. Nvidia hat unter anderem bis zu 100 Milliarden US-Dollar für OpenAI zugesagt und hält rund 7 Prozent an CoreWeave, einem Kunden, der Nvidias eigene Chips kauft. Kritiker wie Investor Michael Burry sehen in solchen Verflechtungen ein Zeichen einer möglichen KI-Blase. Die Summen im Spiel sind enorm: Morgan Stanley erwartet, dass die KI-Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne 2026 die Marke von 800 Milliarden US-Dollar überschreiten könnten. Für 2027 werden sogar bis zu 1,1 Billionen US-Dollar prognostiziert, ein Betrag, der mit dem US-Verteidigungshaushalt vergleichbar wäre.

Marktreaktion und Ausblick

Die Börse reagierte zunächst gelassen. Die Nvidia-Aktie schloss am 2. Juli bei 194,69 US-Dollar, dem letzten Handelstag vor der Feiertagspause. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit bei rund 4,8 Billionen US-Dollar, noch unterhalb des 52-Wochen-Hochs. Ob das Programm tatsächlich nennenswerte Zusatzeinnahmen generiert und ob Startups Nvidia als Partner oder als Vermieter wahrnehmen werden, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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