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Coinbase in der Kritik: KI erfindet WM-Ergebnis vor Spielbeginn

KI erfindet Spielergebnis vor dem Anpfiff

Das betroffene Achtelfinalspiel war für Sonntag im MetLife Stadium in New Jersey angesetzt. Die eigene Marktseite von Coinbase listete die Partie unter einer wetterbedingten Verzögerung. Dennoch verschickte das System eine als „Breaking News“ formulierte Erfolgsmeldung an Millionen von Nutzern. Auf sozialen Netzwerken verbreitete sich der Screenshot schnell. Kritiker bezeichneten den Vorfall als gefährlich und unverantwortlich. Der Nutzer „jay“ schrieb auf der Plattform X, Coinbase halluziniere Ergebnisse für ein WM-Spiel, das noch gar nicht ausgetragen worden sei, und sende sachlich falsche Benachrichtigungen an Millionen von Kunden.

Coinbase-Chef Brian Armstrong meldete sich innerhalb weniger Stunden öffentlich zu Wort: „Wir schauen uns das mit dem Team an. Danke für den Hinweis“, schrieb er als erste Reaktion auf die Berichte. Eine weitergehende Stellungnahme gegenüber Medien blieb zunächst aus.

Widerspruch zur eigenen Philosophie

Der Zeitpunkt des Vorfalls ist für Coinbase besonders heikel. Armstrong hatte Vorhersagemärkte wiederholt als verlässliches Instrument zur Wahrheitsfindung angepriesen. „Vorhersagemärkte sind die ultimative Form der Wahrheitssuche. Wenn echtes Geld auf dem Spiel steht, sind die Ergebnisse weitaus verlässlicher“, hatte er im Januar erklärt. Diese Aussage steht nun neben einem KI-System, das ein Spielergebnis schlicht erfunden hat. Im Geschäftsbericht 2025 hatte Coinbase zudem „der vertrauenswürdigste Name in Krypto“ als zentrale Unternehmensstrategie ausgerufen.

Für Armstrong ist es nicht der erste öffentliche Stolperstein rund um die Vorhersagemärkte. Ende 2025 las er auf einem Earnings Call gezielt Begriffe vor, auf die Trader zuvor gewettet hatten, darunter Bitcoin, Ethereum, Blockchain, Staking und Web3. Der Schritt galt als Einflussnahme auf einen Markt, der an seine eigenen Aussagen geknüpft war.

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Coinbase setzt stark auf KI-generierten Code

Der Vorfall fällt in eine Phase, in der Coinbase seinen KI-Einsatz massiv ausbaut. Im September 2025 gab Armstrong bekannt, dass rund 40 Prozent des täglich geschriebenen Codes bei Coinbase KI-generiert sei. Er nannte als Ziel, diesen Anteil bis Oktober auf über 50 Prozent zu steigern. Entwickler, die sich im Jahr 2025 geweigert hatten, neue KI-Coding-Assistenten zu nutzen, wurden entlassen. Gleichzeitig hat das Unternehmen nach eigenen Angaben seine KI-Kosten gesenkt und automatisierte Funktionen ausgebaut.

Wiederholte Probleme mit Push-Benachrichtigungen

Es ist nicht das erste Mal, dass Coinbase wegen fehlerhafter Benachrichtigungen in die Kritik gerät. Im März hatte Armstrong bereits einen separaten Fehler beim Targeting von Push-Mitteilungen eingeräumt. Damals betonte er, das Unternehmen wolle nicht paternalistisch eingreifen und Nutzern nicht vorschreiben, was sie handeln dürften. Der aktuelle Vorfall wirft dennoch grundsätzliche Fragen zu den Sicherheitsmechanismen rund um KI in Finanzprodukten auf, die von Millionen Menschen genutzt werden.

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