PCE-Inflation erschüttert Märkte: Nasdaq-Rallye bricht ein, Bitcoin auf neuem 2026-Tief

PCE-Inflation steigt auf höchsten Stand seit drei Jahren
Der sogenannte Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, stieg im Mai auf 4,1 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der höchste Wert seit April 2023 und ein deutlicher Anstieg gegenüber 3,8 Prozent im April. Der Kernindex, der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, legte um 3,4 Prozent zu. Gleichzeitig überraschte der private Konsum mit einem Plus von 0,7 Prozent, und das Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals wurde nach oben auf 2,1 Prozent revidiert, nach ursprünglich 1,6 Prozent. Einige Ökonomen schließen mittlerweile sogar mögliche Zinserhöhungen nicht mehr aus.
Fed unter Warsh hält Kurs, Zinssenkungen rücken in weite Ferne
Unter Fed-Chef Kevin Warsh hatte die Notenbank den Leitzins im Juni bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen und für die Zukunft eher höhere Zinsen in Aussicht gestellt. Die Fed verwies dabei auch auf Energieversorgungsschocks infolge des Konflikts im Nahen Osten als Mitursache des Preisdrucks. Marktakteure hatten für dieses Jahr eigentlich mit Zinssenkungen gerechnet. Diese Erwartungen sind nach den neuen Daten weitgehend vom Tisch. Höhere Zinsen erhöhen die Kosten für das Halten riskanter Anlagen und belasten sowohl Kryptowährungen als auch Technologieaktien.
Bitcoin bricht ein, massive Liquidierungen folgen
Bitcoin hatte zu Beginn der Handelssitzung noch bei über 61.800 US-Dollar notiert, bevor der Kurs sharp nach unten drehte. Im Anschluss an die Inflationsdaten fiel der Kurs auf rund 59.200 US-Dollar, ein Tagesverlust von etwa 2,6 Prozent, bevor er weiter auf rund 58.000 US-Dollar absackte. Das entspricht einem Rückgang von etwa 53 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar aus dem Oktober 2025. Der Kursrutsch löste eine Welle von Zwangsverkäufen aus. Innerhalb von rund einer Stunde wurden gehebelte Long-Positionen im Wert von über 450 Millionen US-Dollar liquidiert. Im gesamten Kryptomarkt beliefen sich die Liquidierungen innerhalb von 24 Stunden laut Coinglass auf 1,26 Milliarden US-Dollar, betroffen waren mehr als 209.000 Händler.
Krypto und Tech im Gleichklang
Die enge Korrelation zwischen Kryptowährungen und Technologieaktien zeigte sich erneut deutlich. Der Nasdaq 100 hatte zunächst zugelegt, drehte nach den Inflationsdaten jedoch ins Minus, ähnlich wie bereits bei einem größeren Tech-Ausverkauf früher im Juni, der Bitcoin damals ebenfalls belastet hatte. Beide Märkte reagieren sensibel auf Zinserwartungen, da steigende Zinsen die Attraktivität risikoreicher Investments grundsätzlich schmälern.
Ausblick: Fed-Sitzung im Juli entscheidend
Ob die Marke von 58.000 US-Dollar eine Unterstützung darstellt, dürfte maßgeblich von der nächsten Fed-Sitzung Ende Juli abhängen. Angesichts hartnäckiger Inflation und eines stabilen Wirtschaftswachstums haben die Währungshüter wenig Anlass, die Zinsen zu senken. Das lässt Risikowerte wie Bitcoin und Technologieaktien weiteren Kursschwankungen ausgesetzt.



