Krypto News

Südkoreas Aktienmarkt KOSPI sendet globale KI-Warnung

Zweiter Circuit Breaker innerhalb einer Woche

Am Freitag, dem 27. Juni 2026, aktivierte die Korea Exchange um 12:10 Uhr Ortszeit erneut einen Circuit Breaker, nachdem der KOSPI für mindestens eine Minute mehr als acht Prozent unter dem Vortagsschluss notierte. Zum Zeitpunkt der Handelsunterbrechung hatte der Index 731,97 Punkte verloren und stand bei 8.198,33 Punkten. Es war der fünfte Circuit Breaker des Jahres 2026 und zugleich erst das zweite Mal, dass in einer einzigen Sitzung sowohl ein Sell-Side-Sidecar als auch ein Circuit Breaker ausgelöst wurden. Der Handelstag schloss bei 8.411,21 Punkten, ein Tagesminus von 5,81 Prozent.

Bereits drei Handelstage zuvor, am Dienstag, war der KOSPI um 9,99 Prozent eingebrochen und hatte damit den ersten Circuit Breaker der Woche ausgelöst. Samsung Electronics und SK Hynix verloren in dieser Sitzung jeweils mehr als zwölf Prozent. Nach einer kurzen Erholung von fünf Prozent am Mittwoch und drei Prozent am Donnerstag folgte am Freitag der nächste scharfe Rückgang. Samsung Electronics schloss am Freitag bei 339.500 Won, ein Minus von 5,30 Prozent. SK Hynix fiel um 8,36 Prozent auf 2,673 Millionen Won. Beide Unternehmen machen zusammen rund die Hälfte der Marktkapitalisierung des KOSPI aus.

KI-Chip-Handel als zentraler Risikofaktor

Als Auslöser des Freitags-Ausverkaufs gelten mehrere überlagernde Faktoren. Bedenken hinsichtlich nachlassender Nachfrage und Preisstreitigkeiten zwischen Apple und Micron sorgten für frühe Verkäufe. Hinzu kamen erneute Sorgen über die Kosten der KI-Infrastruktur sowie Berichte über eine mögliche Verzögerung des geplanten Börsengangs von OpenAI. Passive Fonds, die halbleiterlastige Indizes abbilden, rotierten aggressiv aus dem Markt heraus und verstärkten so die Abwärtsdynamik.

Siehe auch  Durov schenkt Telegram-Designer Plüsch-Pepe-NFT im Wert von 12.000 Dollar

Die Kapitalabflüsse waren erheblich. Ausländische Investoren trennten sich netto von Aktien im Wert von 4,62 Billionen Won, umgerechnet etwa 3,4 Milliarden US-Dollar. Institutionelle Anleger verkauften zusätzlich netto 3,78 Billionen Won. Auf der Gegenseite kauften Privatanleger netto Aktien im Wert von 8,19 Billionen Won und setzten damit auf die langfristige KI-Infrastrukturthese.

Globale Ausstrahlungseffekte auf Nikkei, SoftBank und Wall Street

Die Erschütterungen blieben nicht auf Korea beschränkt. Der Nikkei 225 fiel am Freitag um 4,15 Prozent auf 69.360,83 Punkte und fiel damit wieder unter die Marke von 70.000 Punkten. SoftBank verlor in Tokio mehr als zwölf Prozent, belastet durch Berichte über den verschobenen OpenAI-Börsengang. An der Wall Street schloss der Nasdaq Composite zum fünften Mal in Folge im Minus und verlor auf Wochensicht 4,6 Prozent. Der S&P 500 büßte in derselben Periode knapp zwei Prozent ein. Der Philadelphia Semiconductor Index setzte den globalen Ausverkauf fort.

Analysten beschreiben die Situation als strukturelles Konzentrationsproblem. Da Samsung und SK Hynix mehr als die Hälfte des KOSPI ausmachen, entwickelt sich der Index zunehmend zu einem reinen Stimmungsbarometer für den globalen KI-Chipmarkt. Solange der KI-Chip-Handel keine stabilere Basis findet, dürfte der KOSPI weiterhin als erstes Warnsignal für nachgelagerte globale Märkte fungieren.

Krypto News Deutschland

Das beliebte Magazin für die aktuellsten Krypto News zu Kryptowährungen auf deutsch. Experten-Analysen, Prognosen, Nachrichten und Kurse zu allen Coins, findest du zuverlässig und in Echtzeit auf unserem Magazin.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"