KOSPI fällt nach Feiertagspause um über 4% und vertieft Bärenmarkt

Chip-Aktien mit schwerem Auftakt
Samsung Electronics und SK Hynix eröffneten beide mit Verlusten von mehr als 5 Prozent. Belastend wirkte unter anderem, dass der Philadelphia Semiconductor Index am vergangenen Freitag, als die koreanischen Märkte geschlossen waren, um 4,3 Prozent gefallen war. Zusätzlichen Druck erzeugten der wachsende Wettbewerb durch chinesische KI-Modelle sowie die damit verbundene Unsicherheit im Speicherchip-Geschäft. Han Ji-young, Analystin bei Kiwoom Securities, ordnete die Lage folgendermaßen ein: „Seit Juli ist der KOSPI von seinem Höchststand um etwa 25 Prozent gefallen und hat damit einen technischen Bärenmarkt erreicht. Ein starker Rückgang von 30 bis 40 Prozent bei führenden Aktien wie Samsung Electronics, SK Hynix und Samsung Electro-Mechanics verstärkt das Gefühl des Absturzes.“
Institutionelle Käufer und Privatanleger im Gegenspiel
In den frühen Handelsstunden zeigten sich ausländische Investoren selektiv kauffreudig. Sie erwarben netto Aktien im Wert von 278,4 Milliarden Won, umgerechnet rund 187,1 Millionen US-Dollar, wobei der Fokus auf Elektronikwerten lag. Privatanleger hingegen verkauften im gleichen Zeitraum netto Papiere im Wert von 300,8 Milliarden Won. Das gegenläufige Verhalten zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer auf den Einbruch reagierten.
Won unter Druck, Ölpreise steigen
Auch am Devisenmarkt hinterließ die angespannte Lage Spuren. Der Won-Dollar-Kurs eröffnete bei 1.488,3, womit die Schwächung der südkoreanischen Währung anhielt. Steigende Ölpreise, getrieben von der Sorge, der Konflikt könnte den Schifffahrtsweg durch die Straße von Hormus beeinträchtigen, verstärkten den Aufwärtsdruck auf den Dollar. Dieser wiederum erhöht die Importkosten in Südkorea zusätzlich, nachdem die Bank of Korea erstmals seit 2023 die Zinsen angehoben hatte.
Blick auf US-Technologiekonzerne als nächster Katalysator
Analysten richten ihren Fokus nun auf die in dieser Woche anstehenden Quartalsergebnisse großer US-Technologieunternehmen. Alphabet berichtet am 22. Juli, Microsoft, Meta und Amazon folgen noch vor Monatsende. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den angekündigten Investitionsbudgets im Bereich Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Deren Ausblicke könnten entscheidend dafür sein, ob Chip-Aktien eine Bodenbildung finden oder der Abwärtstrend anhält.
Einordnung: Was ist ein technischer Bärenmarkt?
Als technischer Bärenmarkt gilt ein Index oder eine Aktie, wenn sie mindestens 20 Prozent unter ihrem jüngsten Höchststand notiert. Dieser Schwellenwert dient Analysten als anerkannte Orientierungsgröße, um ausgeprägte Abwärtstrends von kurzfristigen Korrekturen zu unterscheiden. Er sagt jedoch nichts darüber aus, wie lange ein solcher Rückgang anhält oder ob eine Erholung unmittelbar bevorsteht.



