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Trump droht Iran mit Vernichtung vor Doha-Gesprächen

Ölpreise erholen sich nach Eskalation

West Texas Intermediate stieg um 1,3 Prozent auf 70,17 US-Dollar pro Barrel. Brent-Rohöl kletterte auf 73,21 US-Dollar. Beide Benchmarks hatten am Donnerstag, dem 25. Juni, ihre niedrigsten Stände seit Ende Februar erreicht, bevor die jüngste Eskalation ausbrach. Der Preisanstieg spiegelt die klassische Reaktion der Rohstoffmärkte auf geopolitische Risiken wider: Drohungen gegen wichtige Transportkorridore treiben die Risikoprämie im Ölpreis nach oben.

Chronologie der Ereignisse am Wochenende

Den Auslöser der jüngsten Eskalation lieferte ein Drohnenangriff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) am 25. Juni auf das unter singapurischer Flagge fahrende Containerschiff Ever Lovely, das vom taiwanesischen Unternehmen Evergreen Marine betrieben wird. Das Schiff wurde im südlichen Korridor nahe der omanischen Küste getroffen, wenige Tage nachdem die Vereinten Nationen einen Evakuierungsplan für hunderte gestrandeter Schiffe gestartet hatten.

Die Ereignisse entwickelten sich in rascher Folge:

  • 26. Juni: Die USA starteten Vergeltungsschläge auf iranische Militäranlagen.
  • 27. Juni: Die IRGC traf US-Streitkräfte in Bahrain mit Drohnen. Die USA schlugen noch am selben Tag erneut zu.
  • 28. Juni: Iran griff US-Positionen in Bahrain und Kuwait an.

Trumps Drohung gegen den Iran

US-Präsident Donald Trump reagierte mit einer scharfen Warnung auf der Plattform Truth Social. Er schrieb, US-Flugzeuge hätten iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen, weil der Iran das Waffenstillstandsabkommen erneut verletzt habe. Trump schloss mit einer unmissverständlichen Drohung: „If that happens, the Islamic Republic of Iran will no longer exist!“ Die Aussage markiert eine der deutlichsten Eskalationsdrohungen der laufenden Krise.

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Märkte zwischen Krieg und Diplomatie

Trotz der Rhetorik signalisierten beide Seiten eine vorläufige Deeskalation. Ein US-Beamter teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, beide Seiten würden vorerst ihre Aktivitäten einstellen und Schiffe könnten sich wieder frei bewegen. Für Dienstag sind technische Gespräche in Doha angesetzt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte jedoch, Teheran werde die Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht abtreten.

Schifffahrtsdaten unterstreichen das Ausmaß der Störung: Zwischen dem 26. und 28. Juni passierten lediglich 48 Schiffe die Straße von Hormus, verglichen mit 70 Transiten am Mittwoch vor der Eskalation. Die Märkte zeigen dabei ein asymmetrisches Muster. Kriegssignale treiben die Ölpreise stark nach oben, während Friedenssignale kaum Wirkung entfalten. Die Doha-Gespräche am Dienstag werden zeigen, ob eine belastbare Einigung über die Kontrolle des strategisch bedeutsamen Seewegs möglich ist.

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