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Warum fiel Teslas Aktie trotz Rekordquartal um 7%?

Rekordlieferungen weit über den Erwartungen

Tesla lieferte im zweiten Quartal 480.126 Fahrzeuge aus. Der vom Unternehmen selbst zusammengestellte Konsensus hatte bei 406.024 Einheiten gelegen, die Schätzung von StreetAccount bei 406.600. CNBC-Reporter Phil LeBeau kommentierte die Zahlen am Donnerstagmorgen live: „The consensus estimate going into today was 406.6 thousand vehicles. They beat it by 74,000 vehicles. So just a massive beat from Tesla for the second quarter.“ Die Produktion belief sich auf 451.758 Einheiten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 25 Prozent, gegenüber dem ersten Quartal mit 358.023 Auslieferungen sogar einem Plus von 34 Prozent. Tesla lieferte dabei mehr Fahrzeuge aus, als es produzierte, und baute damit zuvor aufgeblähte Lagerbestände ab.

Die Rally kam zu früh

Der Grund für den Kursrückgang trotz starker Zahlen liegt im Timing der vorangegangenen Kursgewinne. Bereits am 29. Juni war die Tesla-Aktie um mehr als 8 Prozent gestiegen, der größte Tagesgewinn seit über einem Jahr. Auslöser war das Rollout des FSD v14 Lite Updates, das erstmals seit mehr als einem Jahr auch ältere Hardware-3-Fahrzeuge erreichte. Fondsmanager Gary Black wies darauf hin, dass sowohl Tesla als auch Rivian vor ihren jeweiligen Lieferberichten bereits deutlich zugelegt hatten. Die guten Nachrichten waren also bereits im Kurs eingepreist, bevor die Zahlen offiziell veröffentlicht wurden.

Hinzu kamen externe Faktoren, die die Auslieferungszahlen verzerrt haben könnten. Höhere europäische Benzinpreise infolge des Iran-Konflikts dürften Nachfrage vorgezogen haben. Günstigere Varianten des Model 3 und Model Y verstärkten diesen Effekt. Die in China produzierten Elektrofahrzeuge verzeichneten im Juni einen Absatzanstieg von 24,4 Prozent im Jahresvergleich, während die Zulassungen in Norwegen um 43 Prozent zurückgingen.

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Bewertung hängt an Autonomie, nicht an Autoverkäufen

Teslas Marktkapitalisierung liegt bei etwa 1,6 Billionen US-Dollar. Diese Bewertung basiert heute weniger auf dem klassischen Fahrzeuggeschäft als vielmehr auf der Robotaxi- und Full-Self-Driving-Story des Unternehmens. Autoverkäufe allein rechtfertigen diese Größenordnung nicht. Das macht das Unternehmen anfällig für jede Unsicherheit rund um das autonome Fahren.

Genau dort liegt derzeit ein belastendes Element: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA führt noch immer eine offene Untersuchung zu einem tödlichen Unfall vom 19. Juni, bei dem Teslas Fahrassistenzsoftware beteiligt war. Diese Untersuchung betrifft denselben Technologie-Stack, den Tesla nun für seine Robotaxis ausrollt. Das hält den regulatorischen und öffentlichen Druck aufrecht.

Ausblick: Margen entscheidend

Am 22. Juli veröffentlicht Tesla seine vollständigen Finanzergebnisse für das zweite Quartal. Dann wird sich zeigen, ob der Liefererfolg mit Preisdisziplin erzielt wurde oder ob margenbelastende Rabatte und Anreize dahinterstecken. Erst diese Zahlen werden ein vollständiges Bild davon liefern, wie gesund das Wachstum tatsächlich ist.

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