XRP-Ursprungsdebatte neu entfacht: Ex-CTO von Ripple behauptet, Konzept entstand vor Bitcoin

Ryan Fuggers Idee aus dem Jahr 2004
Der Entwickler Ryan Fugger entwarf um das Jahr 2004 ein dezentrales Zahlungs- und Abrechnungsnetzwerk. Damit entstand die Idee tatsächlich rund fünf Jahre vor der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers durch Satoshi Nakamoto. Schwartz bestätigte diese Zeitlinie, betonte jedoch einen entscheidenden Unterschied: Fuggers Entwurf enthielt keine dezentralen Vermögenswerte. Das spätere System, bekannt als RipplePay, funktionierte als vertrauensbasiertes Kreditnetzwerk, in dem Nutzer Werte über bestehende Vertrauensbeziehungen weiterleiteten. Es gab keinen nativen Token und kein offenes Asset, das unabhängig gehandelt werden konnte.
Schwartz schrieb auf X: „Ryan Fugger konzipierte um 2004 ein dezentrales Zahlungs- und Abrechnungsnetzwerk, aber ohne dezentrale Assets, also weit vor Bitcoin.“ Die Unterscheidung ist wesentlich: Bitcoin führte offene, kryptografisch gesicherte Vermögenswerte ein. Das XRP Ledger brachte ein eigenes Modell für dezentralen Werttransfer, erschien jedoch nach Bitcoin, nicht davor.
XRP Ledger wurde 2012 gestartet
Das XRP Ledger ging im Jahr 2012 live, drei Jahre nach dem ersten Bitcoin-Block im Januar 2009. Jed McCaleb, Arthur Britto und David Schwartz entwickelten das Protokoll gemeinsam, bevor Ripple die Verwaltung übernahm. Damit widerlegt die tatsächliche Chronologie alle Behauptungen, XRP stamme aus dem Jahr 1988 oder einem ähnlich frühen Zeitraum. Ein Konzept ist kein Token. Sowohl das XRP Ledger als auch der XRP-Token datieren auf 2012.
Die Debatte spiegelt ein wiederkehrendes Muster in der Kryptoindustrie wider. Ursprungsgeschichten vermischen häufig eine Idee mit ihrer technischen Umsetzung. Ein ähnlicher Mechanismus war früher im Jahr bei Behauptungen zu beobachten, die Bitcoin eine Entstehung durch US-Geheimdienste zuschrieben und ebenfalls breiten Widerspruch auslösten.
XRP testet die Marke von einem US-Dollar
Auf der Preisseite hat XRP zuletzt die psychologisch wichtige Marke von einem US-Dollar getestet, nachdem der Kurs deutlich von früheren Hochs zurückgefallen war. Einige Investoren betrachten den Token weiterhin als langfristige Absicherung gegen Inflation, obwohl Analysten diese Einschätzung bei aktuellen Bewertungen rechnerisch nur schwer stützen können.
Ripple erhält europäische MiCA-Zulassung
Unabhängig von der historischen Debatte setzt Ripple seine Expansion fort. Das Unternehmen erhielt kürzlich eine MiCA-Zulassung über eine luxemburgische Lizenz und verbreitert damit seinen regulatorischen Fußabdruck in Europa erheblich. Wie weit die Wurzeln von XRP zurückreichen, dürfte für die geschäftliche Entwicklung weniger relevant sein als die Frage, wohin Ripple als Unternehmen steuert. Schwartz selbst bleibt in der Community aktiv und äußerte sich zuletzt auch zu Fragen rund um Investieren und spekulatives Handeln, was ebenfalls Diskussionen unter XRP-Inhabern auslöste.



