3 Trump-Maßnahmen, die die Märkte erschütterten

Iran-Waffenstillstand aufgekündigt: Ölpreise steigen stark
Trump erklärte das Interimsabkommen mit dem Iran für „beendet“, nachdem es erneut zu Angriffen auf Handelsschiffe und US-Einrichtungen im Persischen Golf gekommen war. „Für mich ist es vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben, sie sind Abschaum“, sagte der US-Präsident. Amerikanische Streitkräfte führten anschließend neue Angriffe auf iranische Ziele durch. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg daraufhin um 5,2 Prozent, WTI legte 4,4 Prozent zu und erreichte ein Zwei-Wochen-Hoch. Der S&P 500 und der Dow Jones schlossen im Minus, der europäische STOXX 600 verzeichnete seinen stärksten Rückgang seit März.
Der Ölpreisanstieg trieb zudem die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben, da Anleger ein höheres Inflationsrisiko einpreisten. Steigende Kraftstoffkosten könnten es der US-Notenbank Federal Reserve erschweren, die Zinsen zu senken. Trump relativierte seine Aussagen später und schloss einen neuen umfassenden Krieg aus. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht nun die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung transportiert wird.
Handelsstopp mit Spanien: IBEX 35 unter Druck
Trump wies Finanzminister Scott Bessent an, den Handel und Reiseverkehr mit Spanien auszusetzen. Als Begründung nannte er unzureichende Verteidigungsausgaben Madrids sowie die angebliche Behinderung der US-Kampagne gegen den Iran. Die spanischen Märkte reagierten mit deutlichen Verlusten. Der Leitindex IBEX 35 fiel um 2,6 Prozent und war damit der schwächste große europäische Index an diesem Tag. Santander-Aktien verloren 4,3 Prozent, BBVA gab 3 Prozent nach und Inditex, der Eigentümer von Zara, sank um 3,6 Prozent. Die Rendite spanischer zehnjähriger Staatsanleihen stieg um neun Basispunkte.
Unklar bleibt, ob Trump ein vollständiges bilaterales Handelsembargo rechtlich durchsetzen kann. Die Handelspolitik für EU-Mitgliedstaaten liegt in der Zuständigkeit der Europäischen Union. Dennoch könnte anhaltende Unsicherheit spanische Banken, Exporteure, Fluggesellschaften und Tourismusunternehmen belasten.
Härterer Kurs gegenüber Russland: Ukraine erhält Patriot-Lizenz
Beim NATO-Gipfel in Ankara kündigte Trump an, der Ukraine eine Produktionslizenz für Patriot-Luftabwehrsysteme zu erteilen, eine seit Jahren von Kiew geforderte Maßnahme. Kurz darauf einigten sich US-Senatoren mit der Trump-Regierung auf verschärfte Sanktionen gegen Russland. Die geplante Gesetzgebung könnte Länder treffen, die weiterhin russisches Öl und Gas kaufen, darunter China, Indien und die Türkei.
Die Märkte zeigten bislang keine eindeutige Reaktion, da der Kongress das Gesetz noch nicht verabschiedet hat. Die tatsächlichen Auswirkungen hängen von den konkreten Sanktionsmaßnahmen, möglichen Ausnahmeregelungen und der Durchsetzung ab. Starke Sekundärsanktionen könnten russische Öllieferungen empfindlich stören und den Druck auf die Energiepreise weiter erhöhen. Die Patriot-Entscheidung gilt zudem als Signal, dass Washington bereit sein könnte, den militärischen und wirtschaftlichen Druck auf Moskau deutlich zu erhöhen.



