5 Top-Aktien im KI-Investitionszyklus laut Jim Cramer

Die fünf Aktien im Überblick
Cramer nennt konkret Micron Technology (MU), Sandisk (SNDK), Intel (INTC), Marvell Technology (MRVL) und Advanced Micro Devices (AMD) als die größten Gewinner des Quartals. Ausschlaggebend sei ein Angebots- und Nachfrageungleichgewicht, das das Gewinnwachstum in diesen Unternehmen erheblich angetrieben habe. Analysten hätten daraufhin eine Welle von Upgrades und höheren Kurszielen ausgesprochen.
Besonders auffällig sind die Zahlen bei den Speicherchip-Unternehmen. Micron Technology meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar und überholte zwischenzeitlich Meta bei der Marktkapitalisierung mit einem Wert von 1,4 Billionen US-Dollar. Die Bank of America hob ihr Kursziel für Micron von 950 auf 1.500 US-Dollar an. Ein weiteres Unternehmen aus der Gruppe erzielte im dritten Geschäftsquartal einen Umsatz von 5,95 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 97 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die entsprechende Aktie legte innerhalb von zwölf Monaten auf KI-getriebene NAND-Nachfrage hin um rund 4.800 Prozent zu. Citigroup vergab für diesen Wert ein Kursziel von 2.500 US-Dollar mit einer Kaufempfehlung.
Intel hingegen verzeichnet stabilere Zahlen: Der Umsatz im ersten Quartal betrug 13,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Cramer bezeichnete Intel als seinen aktuellen Favoriten.
Warum Zulieferer die Hyperscaler schlagen
Cramers zentrales Argument lautet: Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das verfügbare Angebot. Das treibt die Preise für Speicherchips und Netzwerkkomponenten in die Höhe und begünstigt die Verkäufer dieser Komponenten, nicht die großen Technologiekonzerne, die sie kaufen. „Wall Street belohnt jetzt Technologieunternehmen mit Produkten, die stark nachgefragt werden, und bestraft deren Kunden“, zitiert Cramer.
Diese Dynamik spiegelt sich deutlich in den Marktbewegungen wider. Die sogenannten Magnificent 7, zu denen Unternehmen wie Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Tesla und Nvidia gehören, verloren im Juni zusammen rund 2,3 Billionen US-Dollar an Marktwert. Investoren zweifeln zunehmend daran, ob die rekordhohen KI-Investitionen ausreichend Gewinn abwerfen werden, um die Bewertungen zu rechtfertigen.
Nvidia trotz zentraler Rolle unter Druck
Auch Nvidia (NVDA), ein wichtiger Anbieter von KI-Rechenlösungen, blieb der Rallye bei den Zulieferern hinterher. Cramer führt dies auf Sorgen zurück, dass zunehmende Konkurrenz durch kundenspezifische Chips Nvidias Marktdominanz mittelfristig beeinträchtigen könnte. Das Unternehmen bleibt zwar ein Kernbestandteil der KI-Infrastruktur, wird von Cramer in dieser Analyse jedoch nicht zu den größten kurzfristigen Profiteuren gezählt.
Cramers Einschätzung verdeutlicht einen breiteren Trend: In einem von Engpässen geprägten Markt verschiebt sich die Preismacht von den Käufern zu den Herstellern von Schlüsselkomponenten. Für Anleger bedeutet das, dass nicht zwingend die bekanntesten KI-Investoren, sondern deren Zulieferer die attraktivsten Renditen liefern können.



