Elon Musk und Wale kaufen: Kann Dogecoin seinen 19-Monats-Abwärtstrend überwinden?

Wal-Käufe und Musk-Signal befeuern Spekulation
Der großvolumige Kauf ließ das Futures-Volumen um 114 Prozent auf rund 740 Millionen US-Dollar anspringen. Das Open Interest kletterte dabei auf über 1,1 Milliarden US-Dollar. Musk hatte nach Angaben des Analysedienstes Whale Insider einen Tweet mit dem sogenannten Swole-Doge-Meme geliked, was als erstes Doge-bezogenes Engagement des Tesla-Gründers seit längerer Zeit gewertet wurde. Eine direkte Verbindung zwischen Musk und dem Wal-Kauf besteht allerdings nicht. Es gibt keine Wallet-Daten, die ihn mit der Transaktion in Verbindung bringen, und die Behauptung bleibt unbestätigt.
Technisch hat der wöchentliche TD-Sequential-Indikator mehrere aufeinanderfolgende Kaufsignale ausgelöst. Historisch ist dieses Muster in der Vergangenheit häufig in der Nähe bedeutender Kursböden bei Krypto-Assets aufgetreten, eine Garantie für eine Trendwende liefert es jedoch nicht.
Institutionelles Interesse bleibt schwach
Das Bild auf der institutionellen Seite fällt deutlich verhaltener aus. Daten von Glassnode zeigen, dass die täglichen Zuflüsse in US-amerikanische Spot-Dogecoin-ETFs Anfang Januar bei einem Höchstwert von rund 2,5 Millionen US-Dollar pro Tag lagen, als DOGE noch bei etwa 0,15 US-Dollar gehandelt wurde. Seitdem sind die Zuflüsse stark zurückgegangen und kaum noch kontinuierlich. Anfang Juli verzeichneten die Produkte sogar einen Abfluss von rund 871.000 US-Dollar, der zweithöchste Abfluss in ihrer Geschichte. Die beiden zugelassenen Fonds verwalten zusammen gerade einmal rund 20 Millionen US-Dollar, kaum mehr als zu ihrem Auflagestand. Die aktuelle Nachfrage stammt damit vorwiegend von Walen und Derivatehändlern, nicht von regulierten Finanzprodukten.
Technische Analyse: Entscheidende Unterstützungszone
Der Wochenchart zeigt das gesamte Ausmaß des Rücksetzers. Dogecoin hat die komplette Aufwärtsbewegung seit dem zyklischen Hoch bei 0,485 US-Dollar im Dezember 2024 wieder abgegeben und ist damit auf das Ausgangsniveau vom November 2023 zurückgefallen. Insgesamt hat der Kurs seit seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2021 rund 90 Prozent an Wert verloren und befindet sich seit 19 Monaten in einem Abwärtstrend. Aktuell testet DOGE die Unterstützungszone zwischen 0,056 und 0,07 US-Dollar, die den vorherigen Bullenmarkt eingeleitet hatte.
Gelingt es den Käufern, die Oberhand zu gewinnen, liegt das erste größere Kursziel am 0,786er-Fibonacci-Retracement bei 0,1476 US-Dollar. Der sogenannte Golden Pocket folgt bei 0,2197 US-Dollar. Auf der Unterseite würde ein Verlust der 0,07-US-Dollar-Marke einen Rückgang zum 1,0er-Fibonacci-Level bei 0,0556 US-Dollar einleiten, was einem weiteren Minus von rund 24 Prozent entspräche.
Ausblick: Volumen als entscheidender Faktor
Im Tageschart zeigt sich seit Ende Juni eine Stabilisierung zwischen 0,070 und 0,075 US-Dollar. Der Relative-Strength-Index hat sich nach stark überverkauften Werten im Juni in die neutrale Zone erholt. Das rückläufige Handelsvolumen signalisiert jedoch weiterhin eine geringe Marktbeteiligung. Analysten sehen ein klares Volumenswachstum als Voraussetzung für einen glaubwürdigen Ausbruchsversuch. Das Überwinden des Swing-Hochs bei 0,1154 US-Dollar, einem Anstieg von rund 58 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau, würde als Signal für eine echte Trendwende gewertet werden.



