Base verzögert wichtiges Upgrade nach wiederholten Netzwerkausfällen

Zwei Ausfälle in zwei Tagen
Am 25. Juni 2026 blockierte ein ungültiger Block den Sequenzer von Base auf Block 47.806.542. Die Blockproduktion stand für knapp zwei Stunden still. Nur einen Tag später, wenige Stunden vor der geplanten B20-Aktivierung, meldete das Team einen erneuten Chain-Halt mit identischen Symptomen. Das Netzwerk konnte diesmal in etwa 15 Minuten wiederhergestellt werden. In beiden Fällen mussten Betreiber von Netzwerkknoten ihre Systeme manuell neu starten, um den Betrieb wieder aufzunehmen.
Nutzerfonds waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet, da diese auf der Ethereum-Hauptkette gesichert sind. Die Vorfälle lenken dennoch die Aufmerksamkeit auf den Sequenzer, das zentrale, von Coinbase betriebene System zur Transaktionsverarbeitung auf Base. Base hatte im Jahr 2025 die Dezentralisierungsstufe 1 erreicht, unter anderem durch Fault Proofs und einen zehnköpfigen Sicherheitsrat. Diese Maßnahmen betrafen jedoch die Validierung und Upgrades, nicht den Sequenzer selbst. Das Netzwerk lief nahezu zwei Jahre ohne Unterbrechung, bis im August 2025 ein erster 20-minütiger Ausfall auf das Zentralisierungsrisiko des Sequenzers hinwies. Base ist das größte Ethereum-Layer-2-Netzwerk und hält laut DefiLlama rund 4 Milliarden US-Dollar an hinterlegten Mitteln.
B20-Start vorerst ausgesetzt
Der B20-Standard ist kein separater Smart Contract, sondern direkt in die Node-Software von Base integriert. Er orientiert sich am bekannten ERC-20-Standard, sodass Wallets und Börsen keine technischen Anpassungen vornehmen müssen. Die Aktivierung erfordert ein eigenes Aktivierungsregister, das Base noch nicht als live bestätigt hat. Solange dieses Register inaktiv bleibt, schlagen Deployment-Aufrufe fehl.
Das Base-Entwicklerteam erklärte via X, dass die Aktivierung des B20-Registers im Mainnet aufgrund der jüngsten Netzwerkprobleme verschoben wird, um einen reibungslosen Start zu gewährleisten. Die Testnetze Sepolia und Vibenet seien weiterhin im Zeitplan. Ein neues Datum wurde noch nicht genannt.
Zielgruppe und weitere Neuerungen des Beryl-Upgrades
B20 richtet sich vor allem an Emittenten von Stablecoins und tokenisierten realen Vermögenswerten. Der Standard bietet integrierte Funktionen wie Mengenbegrenzungen, Rollenkonzepte und Übertragungsregeln. Base selbst gibt keinen eigenen nativen Token aus, positioniert sich mit B20 jedoch als Plattform für die Ausgabe digitaler Vermögenswerte.
Das Beryl-Upgrade, das am 25. Juni abgeschlossen wurde, beinhaltet neben B20 weitere Verbesserungen. So wurde die Wartezeit für reguläre Auszahlungen von Ethereum von sieben auf fünf Tage verkürzt. Außerdem wurde die Node-Software schlanker gestaltet. Base hat eine vollständige Nachanalyse des Konsensbugs angekündigt, der hinter beiden Ausfällen steckt. Ob das Netzwerk B20 vor der Behebung des Problems aktivieren wird, dürfte zeigen, wie ernst Base die Anforderungen institutioneller Emittenten nimmt.



