Bitcoin: Dave Portnoy hält Bitcoin bis zum Totalverlust nach Kauf bei 100.000 $

„Ich halte das Ding bis auf null“
Gegenüber Fox-Business-Moderator Stuart Varney ließ Portnoy keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit. „Ja, ich bereue es. Ich habe das Ding für 100.000 Dollar gekauft. Bei nichts lag ich so falsch wie bei Bitcoin. Jedes Mal, wenn ich verkaufe, geht es durch die Decke. Jedes Mal, wenn ich kaufe, fällt es“, sagte er offen. Und weiter: „Ich halte durch. Ich halte das Ding bis auf null. Ich weiß, dass es wieder explodieren wird, sobald ich verkaufe. Dieses Mal gehe ich lieber mit dem Schiff unter.“
Die Aussage ist weniger eine fundamentale Analyse als eine verhaltenspsychologische Reaktion. Portnoy reagiert nicht auf eine Bewertung des Netzwerks, sondern auf seine eigene Bilanz als schlechter Markttimer. Das Festhalten an der Position ist für ihn eine Art erzwungene Disziplin, die aus dem wiederholten Versagen entstand, Verkaufszeitpunkte richtig einzuschätzen.
Bitcoin-Kurs: Deutlicher Rückgang vom Allzeithoch
Bitcoin hatte laut CoinDesk-Daten im Oktober 2025 ein Hoch von über 126.000 US-Dollar erreicht. Zum Zeitpunkt des Interviews lag der Kurs bei rund 62.870 US-Dollar, was einem Rückgang von mehr als 50 Prozent vom Spitzenwert entspricht. Für Portnoy bedeutet das ausgehend von seinem Einstiegskurs von etwa 100.000 US-Dollar einen unrealisierten Verlust von rund 37 Prozent. Der Rückgang vom Kaufkurs bis zum aktuellen Niveau beläuft sich auf mehr als 60.000 US-Dollar pro Coin.
Ein Muster über mehrere Marktzyklen
Portnoys Geschichte mit Bitcoin gleicht einer Fallstudie über FOMO-getriebenes Anlegerverhalten. Ende 2020 investierte er rund zwei Millionen US-Dollar zu einem Kurs von etwa 11.000 US-Dollar, verkaufte jedoch kurz darauf wieder. Hätte er gehalten, wäre ein Gewinn von etwa dem Sechsfachen möglich gewesen, da Bitcoin im frühen Jahr 2021 auf bis zu 60.000 US-Dollar stieg. In der Folge baute er seine Position zu höheren Kursen wieder auf, wobei sein Bitcoin-Bestand nach eigenen Angaben zeitweise einen Wert von rund 15 Millionen US-Dollar erreichte, bevor Kurskorrekturen diesen Betrag erheblich reduzierten.
Im aktuellen Zyklus wiederholte sich dasselbe Muster auf einem höheren Niveau. Portnoy gab an, einen Großteil seines verfügbaren Kapitals eingesetzt und während des Kursrückgangs nachgekauft zu haben. Die genaue Anzahl seiner Bitcoin-Bestände wurde nicht offengelegt.
Strukturelles Problem aktiver Handelsstrategien
Das Muster, zu hohen Kursen kaufen, bei Verlusten verkaufen und zu noch höheren Kursen wieder einsteigen, beschreibt genau jenen Fehler, der Privatanleger gegenüber einer einfachen Kaufen-und-Halten-Strategie systematisch benachteiligt. Studien zeigen konsistent, dass Privatinvestoren, die versuchen, Einstiege und Ausstiege in volatilen Märkten wie Bitcoin aktiv zu steuern, über vergleichbare Zeiträume deutlich schlechtere Renditen erzielen als passive Halter. Portnoys öffentlicher Umgang mit seinen Fehlern macht diese bekannten Verhaltensmuster ungewöhnlich transparent sichtbar.



