Bitcoin: Johor-Syndikat stahl monatlich Strom im Wert von 25.000 Dollar

Wie das Syndikat vorging
Die drei festgenommenen Männer im Alter von 26 bis 46 Jahren mieteten vier Objekte in Iskandar Puteri, Johor Bahru Utara und Kulai, jeweils für monatlich 5.000 bis 6.000 Ringgit. Anstatt die Stromrechnung zu bezahlen, zapften sie das Netz direkt an: Sie umgingen die regulären TNB-Zähler mit fest verdrahteten Verbindungen und betrieben so ihre 71 Mining-Maschinen vollständig auf Kosten des Versorgers. Innerhalb eines Monats Betrieb verursachten die Täter bei TNB einen Schaden von 67.502,30 Ringgit.
Die Rollenverteilung war klar organisiert. Ein Verdächtiger fungierte laut Johor-Polizeichef Datuk Ab Rahaman Arsad als Manager, der die Aktivitäten in allen vier Räumlichkeiten koordinierte. Zwei weitere agierten als externe Techniker, die für die Elektroinstallationen und die Aufstellung der Maschinen zuständig waren. Der monatliche Lohn der Angestellten soll jeweils rund 5.000 Ringgit betragen haben, während die Gesamtgewinne des Syndikats auf 80.000 bis 100.000 Ringgit pro Monat geschätzt werden.
Beschlagnahmtes Material und rechtliche Konsequenzen
Die Behörden stellten neben den 71 Kryptowährungs-Mining-Maschinen auch zwei Computer, zwei Laptops, fünf Router, zwei Monitore, zwei Tastaturen, ein Mobiltelefon sowie zwei Fahrzeuge sicher. Alle drei Verdächtigen wurden bis zum 26. Juli in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen laufen unter zwei Rechtsgrundlagen: Paragraph 427 des Strafgesetzbuchs wegen kriminellen Schadens mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren sowie Section 37(1) des Electricity Supply Act 1990, der eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Ringgit oder bis zu fünf Jahre Haft vorsieht. Die Polizei erklärte, sie verfolge weiterhin weitere Personen, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen könnten.
Ein strukturelles Problem in Malaysia
Der Fall in Johor steht nicht für sich allein. Zwischen Januar 2025 und Juni 2026 führte die Johor Contingent Police insgesamt 16 Razzien gegen illegale Kryptowährungs-Mining-Betriebe durch, bei denen 158 Maschinen beschlagnahmt wurden und TNB Verluste von nahezu einer Million Ringgit entstanden. Die Ökonomie hinter diesen Operationen ist dabei stets dieselbe: Legales Bitcoin-Mining erfordert die Zahlung kommerzieller Stromtarife, was die Margen bei steigender Netzwerkschwierigkeit schnell schrumpfen lässt. Wer den Strom stiehlt, eliminiert den größten Kostenfaktor und macht aus einem unrentablen Betrieb ein hochprofitables Geschäft, unabhängig von den aktuellen Marktbedingungen.
Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt des Vorfalls
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte Bitcoin bei 65.300 US-Dollar, ein Rückgang von 0,4 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Der Kurs hatte zuvor die Marke von 66.000 US-Dollar verloren, während die Unterstützungszone bei 65.000 US-Dollar zunächst standhielt. Der Kursrückgang hatte keinen direkten Bezug zu den Ereignissen in Malaysia.



