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Bitcoins 6-wöchiger ETF-Exodus befeuert beängstigende Prognose

Sechs Wochen ETF-Abflüsse: Längste Serie seit Marktstart

Laut Daten von SoSoValue verzeichnen Bitcoin-ETFs seit Mitte Mai bis zum 18. Juni sechs Wochen in Folge Nettomittelabflüsse. Das ist die längste Abflussserie seit der Einführung der Spot-Bitcoin-ETFs in den USA, länger als vergleichbare Fünf-Wochen-Strähnen Anfang 2025 und Anfang 2026. Institutionelle Investoren haben damit über einen längeren Zeitraum Kapital abgezogen als jemals zuvor seit dem ETF-Start. Dennoch zeigt die Entwicklung innerhalb dieser Serie einen klaren Trend: Die wöchentlichen Abflüsse sanken von rund 1,72 Milliarden Dollar in der Woche vom 5. Juni auf etwa 227 Millionen Dollar bis zum 18. Juni. Der institutionelle Rückzug verliert also merklich an Dynamik.

Die Crash-Prognose und ihre Bedingungen

Jesse Olson formulierte seine Warnung auf der Plattform X unmissverständlich: Ein Bitcoin-Kurs von 23.979 Dollar sei nicht Teil seiner Erwartungen für 2026 und würde seiner Einschätzung nach nur eintreten, wenn der Gesamtaktienmarkt um mehr als 50 Prozent falle. Er ergänzte ausdrücklich, er glaube nicht an einen Bitcoin-Absturz auf null und wolle beim richtigen Tief kaufen. Die Prognose stützt sich unter anderem auf die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500, die laut Daten von Charlie Quant Lab über sechs Monate bei 0,468 liegt. Ein moderater positiver Wert, der bedeutet, dass ein tiefer Aktienmarkteinbruch Bitcoin mit hoher Wahrscheinlichkeit nach unten ziehen würde.

Warum ein 50-Prozent-Crash wenig wahrscheinlich erscheint

Ein Rückgang von 50 Prozent wäre ein Ereignis der Größenordnung der Finanzkrise 2008 und kein gewöhnlicher Rücksetzer. Solche Einbrüche erfordern typischerweise eine Rezession oder einen deutlichen Gewinnrückgang bei Unternehmen. Analysten rechnen für das laufende Jahr jedoch weiterhin mit Gewinnwachstum beim S&P 500. Morgan-Stanley-Stratege Mike Wilson bezeichnete den Kursrückgang vom 8. Juni als gesund und hält an einem Jahresendziel von 8.000 Punkten für den S&P 500 fest, was einem Aufwärtspotenzial von mehr als 8 Prozent entspricht. Analyst Benjamin Cowen erwartet den zyklischen Tiefpunkt für Bitcoin eher im Oktober 2026 und nicht als unmittelbaren Kollaps.

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Marktstruktur und Langzeithalter sprechen gegen Panikverkäufe

Die Liquidationsstruktur auf Binance zeigt laut Coinglass ein auffälliges Bild: Auf der Long-Seite liegen rund 2,41 Milliarden Dollar an Hebelpositionen, auf der Short-Seite dagegen etwa 3,01 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass ein Kursanstieg deutlich mehr Zwangsabdeckungen auslösen würde als ein weiterer Rückgang. Der potenzielle Druck zeigt damit eher nach oben als nach unten.

Noch deutlicher ist das Signal der langfristigen Bitcoin-Halter. Der Netto-Positionsaufbau von Wallets mit mindestens 155 Tagen Haltedauer fiel laut Glassnode am 11. Juni auf ein Tief von rund 30.885 Bitcoin, stieg bis zum 21. Juni jedoch auf etwa 79.298 Bitcoin. Die geduldigen und erfahrenen Investoren kaufen die Schwäche also aktiv, anstatt zu verkaufen. Dieses Verhalten passt nicht zum Bild eines bevorstehenden Zusammenbruchs und setzt der weitreichenden Prognose damit die deutlichsten Grenzen.

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