Cardano aktiviert den Van-Rossem-Hardfork: Wird ADA steigen?

Was der Van-Rossem-Hard-Fork technisch verändert
Das nach dem Cardano-Mitarbeiter Max van Rossem benannte Upgrade ging gegen 21:45 Uhr UTC live. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Intra-Era-Upgrade, das den bestehenden Conway-Governance-Rahmen beibehält, anstatt eine vollständig neue Protokollära einzuleiten. Konkret bringt das Update schnellere Plutus-Ausführung, neue eingebaute Funktionen, aktualisierte Kostenmodelle sowie verbesserte Node-Sicherheit. Niedrigere Transaktionskosten und leistungsfähigere Skriptmöglichkeiten sollen die Entwicklung dezentraler Anwendungen in den Bereichen DeFi, NFTs und Real-World-Assets attraktiver machen.
Bemerkenswert ist zudem der Prozess, der hinter dem Upgrade steht: Es ist das erste größere Upgrade, das vollständig durch Cardanos Voltaire-Governance-System ratifiziert wurde. Mehr als 77 Prozent der sogenannten Delegated Representatives (DReps) sowie 52 Prozent der Stake-Pool-Betreiber stimmten dafür. Der Cardano-DRep Jason Appleton kommentierte auf X: „The best part: it was ratified on-chain by delegated community reps before activation. Upgrades by governance, not decree.“ Die koordinierende Organisation Intersect wertete dies als Beleg für eine reifende dezentrale Governance-Struktur.
Infrastrukturwechsel bei Input Output
Das Upgrade fällt zeitlich mit einem weiteren strukturellen Wandel zusammen. Das Entwicklungsunternehmen Input Output will ab August die Verantwortung für zentrale Infrastrukturkomponenten, darunter die Plutus-Plattform und die Daedalus-Wallet, an externe Firmen übergeben. Dieser Schritt deutet auf eine zunehmende Dezentralisierung der Entwicklungsverantwortung im Cardano-Ökosystem hin.
Kursentwicklung von ADA nach dem Upgrade
Wie bei größeren Netzwerk-Upgrades häufig zu beobachten, reagierte der ADA-Kurs mit kurzfristiger Aufwärtsdynamik. Laut Krypto news-Daten notierte der Token nach der Aktivierung bei rund 0,1663 US-Dollar, ein Plus von etwa 1,2 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Ob daraus eine nachhaltige Preiserholung wird, bleibt jedoch offen. Historisch haben Cardano-Hard-Forks oft zunächst Begeisterung erzeugt, der anschließend eine Konsolidierungsphase folgte, sofern kein reales Ökosystemwachstum hinzukam.
Faktoren für eine nachhaltige Kursentwicklung
Analysten zeigen sich vorsichtig optimistisch. Sie betonen, dass das Upgrade zwar die technischen Grundlagen verbessere, dauerhaftiger Preisauftrieb jedoch von konkreten Wachstumssignalen abhänge. Dazu zählen:
- Steigende Entwickleraktivität und neue dApp-Deployments
- Wachsendes Total Value Locked im Cardano-DeFi-Bereich
- Höhere Nutzerzahlen, Transaktionsvolumen und aktive Adressen
- Integration mit zukünftigen Upgrades wie Ouroboros Leios für höheren Durchsatz
Ein weiteres Signal kommt aus dem Bereich der Großinvestoren: Wallets mit einem Bestand zwischen 100.000 und 100 Millionen ADA haben insgesamt mehr als 25,6 Milliarden Token akkumuliert, den höchsten Stand seit Februar 2023. Ob Cardano damit im Wettbewerb mit Netzwerken wie Solana und neueren Layer-1-Blockchains an Boden gewinnen kann, wird letztlich das tatsächliche On-Chain-Wachstum in den kommenden Monaten entscheiden.



