Dow erstmals über 52.000 bei Alphabet-Debüt

Alphabet feiert starkes Debüt im Dow Jones
Alphabet (GOOGL) legte an seinem ersten Handelstag als Dow-Mitglied um knapp 5 Prozent zu. Der Technologiekonzern ersetzt damit Verizon im prestigeträchtigen Index. Die symbolische Bedeutung dieser Aufnahme überwiegt dabei den mechanischen Effekt: Da Alphabet bereits im S&P 500 und im Nasdaq 100 vertreten ist, entsteht durch die Indexänderung kaum zusätzlicher Kaufdruck durch Fonds, die ihre Portfolios entsprechend anpassen müssen.
Trotz des starken Starts bleibt die Monatsperformance von Alphabet schwach. Die Aktie ist auf Kurs für ihren schlechtesten Monat seit Februar des Vorjahres. In sechs der vergangenen sieben Wochen schloss das Papier im Minus und liegt trotz des Kursanstiegs vom Montag noch rund 8 Prozent unter dem Monatshoch. Anleger zeigen sich besorgt über die KI-Strategie des Konzerns. Gleichzeitig rücken die Chiplieferströme von Nvidia wieder stärker in den Fokus, da der Zugang zu Rechenkapazitäten im KI-Bereich knapper wird.
Halbleitersektor treibt die Markterholung an
Neben Alphabet waren Halbleiterwerte der entscheidende Kurstreiber des Tages. Der VanEck Semiconductor ETF legte um mehr als 3 Prozent zu. Besonders stark stiegen Astera Labs mit rund 16 Prozent, KLA mit etwa 12 Prozent sowie Applied Materials mit ungefähr 11 Prozent. Die breite Stärke im Sektor deutet auf wachsendes Anlegervertrauen in die Nachfrage nach Chips hin, insbesondere im Zusammenhang mit dem anhaltenden Ausbau von KI-Infrastruktur.
Auch der S&P 500 und der Nasdaq Composite profitierten von der positiven Stimmung. Der S&P 500 stieg um 1,18 Prozent auf 7.440,43 Punkte, während der Nasdaq Composite um 2,07 Prozent auf 25.820,14 Punkte zulegte.
Geopolitische Entspannung als zusätzlicher Rückenwind
Ein weiterer Faktor für die Markterholung war eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten. Die USA und Iran einigten sich auf eine Aussetzung der Feindseligkeiten und öffneten die Straße von Hormus wieder für den kommerziellen Schiffsverkehr. Die Ölpreise reagierten leicht positiv: Sowohl Brent als auch West Texas Intermediate legten etwas zu, während Händler die Dauerhaftigkeit der Waffenruhe abwägen. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Schifffahrtswege für Rohölexporte weltweit, weshalb Störungen dort unmittelbare Auswirkungen auf Ölpreise und Inflationserwartungen haben können.
Ausblick auf eine verkürzte Handelswoche
Ob die Erholung anhält, wird sich in einer verkürzten Handelswoche entscheiden. Wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 4. Juli sind die Handelstage begrenzt. Entscheidend dürfte sein, ob die Waffenruhe zwischen den USA und Iran stabil bleibt und ob der Schwung im Halbleitersektor weiter anhält.



