Krypto-Konzerne finanzieren 37 % aller Unternehmensausgaben im Wahlkampf 2026

Kryptoindustrie dominiert den Unternehmenswahlkampf 2026
Die gesamten Unternehmensausgaben für die Zwischenwahlen 2026 beliefen sich laut Public Citizen auf 517 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber den 461 Millionen US-Dollar, die Unternehmen im gesamten Wahlzyklus 2024 aufgewendet haben. Die Kryptobranche mit ihren 189 Millionen US-Dollar übertraf dabei die kombinierten Ausgaben der Künstlichen-Intelligenz- und Big-Tech-Unternehmen mit 60 Millionen US-Dollar sowie der Online-Glücksspielbranche mit 45,6 Millionen US-Dollar deutlich. Zusammen kommen diese drei Sektoren auf 294 Millionen US-Dollar, also 57 Prozent aller bisher gemeldeten Unternehmensausgaben.
Public Citizen beschreibt die Entwicklung als Nachahmungseffekt. Kryptofirmen hätten das Modell entwickelt, große Summen in branchenspezifische Super-PACs zu lenken. Sowohl die KI-Branche als auch die Glücksspielindustrie hätten inzwischen vergleichbare Strukturen aufgebaut.
Wohin das Geld floss
Der kryptonahe Super-PAC Fairshake erhielt Unternehmenseinlagen in Höhe von 82 Millionen US-Dollar, was 60 Prozent seiner gesamten Einnahmen von 135 Millionen US-Dollar im laufenden Zyklus entspricht. Ripple Labs und Coinbase lenkten gemeinsam 81,5 Millionen US-Dollar in Richtung Fairshake. Getrennt davon flossen 56,2 Millionen US-Dollar von Kryptospendern an den Trump-unterstützenden Super-PAC MAGA Inc. Zu den Geldgebern von MAGA Inc. zählen unter anderem Crypto.com, Gemini und Blockchain.com.
Der Crypto.com-Betreiber Foris Dax stach dabei besonders hervor: Das Unternehmen überwies allein 35 Millionen US-Dollar an MAGA Inc. und ist damit der größte einzelne Unternehmensunterstützer dieses Komitees in allen Branchen. Die Winklevoss-Zwillinge finanzierten zusätzlich den ausschließlich republikanisch ausgerichteten Digital Freedom Fund mit 21,3 Millionen US-Dollar. Public Citizen weist darauf hin, dass die tatsächlichen Gesamtausgaben noch höher liegen dürften, da sogenannte Dark-Money-Gruppen und Ausgaben auf Staatsebene von der bundesweiten Offenlegungspflicht ausgenommen sind.
Wählerinteresse steht im Widerspruch zu den Ausgaben
Die massiven Wahlkampfausgaben stehen in einem auffälligen Kontrast zur öffentlichen Meinung. Laut einer gemeinsamen Umfrage von Politico und Public First geben lediglich vier Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner an, die Haltung eines Kandidaten zu Kryptowährungen bei ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen. Nur 18 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Kongress der Regulierung von Kryptowährungen Priorität einräumen sollte. Eine weitere Umfrage ergab, dass 41 Prozent der Befragten der Ansicht sind, Interessengruppen hätten zu viel politischen Einfluss. Ob diese Skepsis die Wähler dazu bewegt, gegen stark finanzierte Kandidaten zu stimmen, bleibt offen.



