FBI fordert OneCoin-Opfer zur DOJ-Entschädigungsmeldung bis 30. Juni auf

Antragsverfahren läuft bis Ende Juni
Betroffene Investoren können ihre Ansprüche online, per Post oder per E-Mail über das Portal onecoinremission.com einreichen. Dies ist die einzige offizielle Anlaufstelle des DOJ. Die Behörde betont ausdrücklich, dass die Antragstellung vollständig kostenlos ist. Wer von Dritten eine Gebühr für die Einreichung verlangt, begeht nach Einschätzung des DOJ selbst einen Betrug und nutzt die Notlage der Opfer aus. Anspruchsberechtigt sind Personen, die zwischen dem vierten Quartal 2014 und dem vierten Quartal 2019 OneCoin-Token erworben haben und dabei einen Nettoverlust erlitten. Ein eingereichter Antrag garantiert jedoch keine Auszahlung.
Ein Milliardenbetrug ohne echte Blockchain
OneCoin wurde 2014 in Sofia, Bulgarien, gegründet. Die Mitgründer Ruja Ignatova und Karl Sebastian Greenwood vermarkteten das Projekt als ernsthaften Konkurrenten zu Bitcoin und warben weltweit Investoren in Dutzenden Ländern an. Das Versprechen: eine Kryptowährung der ersten Stunde mit enormem Wachstumspotenzial. Tatsächlich besaß OneCoin keine echte Blockchain. Die Token waren wertlos.
Das Wachstum des Systems beruhte auf einem mehrstufigen Marketing-Netzwerk. Bestehende Investoren verdienten Provisionen, indem sie neue Käufer anwarben, die ihrerseits weitere Investoren rekrutierten. Insgesamt verloren Opfer weltweit mehr als vier Milliarden US-Dollar. James C. Barnacle Jr., stellvertretender Leiter des FBI New York, beschrieb das Ausmaß des Schadens: „Durch gefälschte Aussagen und leere Versprechen in die Irre geführt, erschöpften viele unwissentlich ihre Ersparnisse für ein betrügerisches Investitionssystem in einem aufstrebenden Finanzökosystem, das niemals auszahlen würde.“
Greenwood verurteilt, Ignatova weiter flüchtig
Die thailändischen Behörden nahmen Greenwood im Juli 2018 fest. US-Behörden lieferten ihn daraufhin aus. Im September 2023 wurde er zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt. Ein Gericht ordnete zudem die Einziehung von 300 Millionen US-Dollar an. Mitgründerin Ignatova hingegen entzieht sich seit 2017 der Strafverfolgung. Sie steht auf der Liste der zehn meistgesuchten Personen des FBI. Berichten zufolge soll sie ihr Erscheinungsbild verändert haben, was die Fahndung erheblich erschwert. Das US-Außenministerium bietet eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar für Hinweise, die zu ihrer Festnahme führen.
Warnung vor Sekundärbetrug
Das DOJ weist ausdrücklich darauf hin, dass betrügerische Akteure gezielt frühere OneCoin-Opfer ansprechen und Gebühren für angebliche Unterstützung bei der Antragstellung verlangen. Solche Angebote sind Betrug. Sämtliche legitimen Informationen zum Entschädigungsprogramm sind ausschließlich über die offizielle Seite zugänglich. Für berechtigte Opfer bleibt bis zum Ablauf der Frist am 30. Juni 2026 nur noch wenig Zeit, um ihren Anspruch geltend zu machen.



