
Antrag scheitert mit deutlicher Mehrheit
Das vorläufige Abstimmungsergebnis fiel eindeutig aus. Rund 210 Millionen Aktien wurden gegen den Antrag abgegeben, während etwa 157 Millionen Stimmen dafür votierten. eBays Vorstand hatte vor der Versammlung aktiv zur Ablehnung des Vorschlags aufgerufen. Mit dem Scheitern des sogenannten Proposal 4 ist für Cohen ein wesentlicher formeller Governance-Hebel weggefallen, den er im Rahmen seines Vorstoßes gegen das eBay-Management hätte nutzen können.
GameStop-Übernahmegebot bereits zuvor abgewiesen
Der Hintergrund des Konflikts reicht einige Monate zurück. GameStop hatte eBay Anfang des Jahres ein Übernahmegebot zu einem Preis von 125 US-Dollar je Aktie unterbreitet. Dieser Preis entsprach einem Aufschlag von 46 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 4. Februar 2026. Das Angebot setzte sich aus einer Kombination aus Barmitteln und GameStop-Aktien zusammen und bewertete eBay mit rund 56 Milliarden US-Dollar. eBays Vorstand lehnte das Angebot als weder glaubwürdig noch attraktiv ab und verweigerte jegliche Verhandlungen.
Cohen reagierte mit öffentlicher Kritik an der eBay-Führung. Er hinterfragte unter anderem das Marketingbudget von 2,4 Milliarden US-Dollar und argumentierte, diese Ausgaben hätten die Kernfunktionalität der Plattform kaum verbessert. Gleichzeitig bezeichnete er eBay als gut aufgestelltes Unternehmen, dessen Potenzial das Management nicht ausschöpfe.
Konflikt auch außerhalb der Hauptversammlung spürbar
Der Streit beschränkte sich nicht auf formelle Unternehmensorgane. Kurz nachdem Cohens Übernahmeabsichten bekannt geworden waren, sperrte eBay seinen persönlichen Verkäuferaccount auf der Plattform. Die Sperre wurde inzwischen aufgehoben, der Vorfall belastete die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Cohen und dem Unternehmen jedoch zusätzlich. Als die Übernahmepläne erstmals öffentlich wurden, stieg die GameStop-Aktie um 9 Prozent. Das verdeutlicht, wie eng Investoren Cohens strategische Ambitionen mit der Entwicklung von GameStop verknüpfen.
Feindliches Übernahmeangebot als verbleibende Option
Nachdem die formellen Governance-Wege nun weitgehend ausgeschöpft sind, rückt ein feindliches Übernahmeangebot in den Fokus. Bei einem solchen Tender Offer würde Cohen das Angebot direkt an die eBay-Aktionäre richten und den Vorstand dabei vollständig umgehen. Ein solcher Schritt würde unabhängig von der Empfehlung des Vorstands zeigen, wie die Aktionäre das Angebot tatsächlich bewerten. Ob Cohen diesen Weg zügig beschreitet oder zunächst bessere Rahmenbedingungen abwartet, dürfte entscheidend dafür sein, wie weit der Konflikt zwischen den beiden Unternehmen noch eskaliert.



