
Hintergrund: Intel im Aufwind durch KI und staatliche Beteiligung
Intel hat sich im Jahr 2026 bemerkenswert erholt. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn in etwa verdreifacht, gestützt durch strategische Partnerschaften mit Nvidia und Tesla sowie eine wachsende Nachfrage nach Chips für sogenannte Agentic-AI-Anwendungen, also Software, die eigenständig handelt. Die US-Regierung ist seit August 2025 mit rund zehn Prozent an Intel beteiligt, was dem Unternehmen eine besondere politische Dimension verleiht. Dennoch bleiben Risiken bestehen: Die Foundry-Sparte schreibt weiterhin rote Zahlen, und der PC-Markt steht unter Druck.
Chartbild: Ausbruch über doppelten Widerstand
Aus technischer Sicht ist der Ausbruch zunächst als positives Signal zu werten. Die Kursmarke von 132,70 US-Dollar hatte Intel zweimal gestoppt, ein klassisches Doppel-Top-Muster. Der Durchbruch erfolgte mit einem Handelsvolumen von 233,91 Millionen Aktien, das damit den Volumenrückgang beim letzten Annäherungsversuch Ende Mai übertraf. Der Chaikin Money Flow (CMF), ein Indikator für institutionelle Kauf- und Verkaufsaktivität, erholte sich von negativem Terrain zurück auf die Nulllinie. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat, von einer klar bullischen Bestätigung ist der Indikator jedoch noch entfernt.
Krypto-Trader bleiben skeptisch
An der Krypto-Handelsplattform Hyperliquid, die Perpetual Futures auf Aktien anbietet, überwiegen die Short-Positionen auf Intel weiterhin deutlich. Laut Nansen-Daten stehen Short-Positionen im Wert von 7,41 Millionen US-Dollar Longs in Höhe von 2,90 Millionen US-Dollar gegenüber. Das ergibt eine Netto-Short-Position von 4,51 Millionen US-Dollar, verteilt auf 21 Wallets. Das Long-zu-Short-Verhältnis liegt bei 0,39. Zwar ist dieser Wert innerhalb der beobachteten Gruppe einer der weniger bärischen, doch netto bleibt die Positionierung klar short. Immerhin steigt die Quote, was darauf hindeutet, dass einige Trader nach den Apple-Meldungen Short-Positionen abbauen.
Optionsmarkt sendet gemischte Signale
Auch der Optionsmarkt zeigt ein gespaltenes Bild. Das Put-Call-Verhältnis auf Basis des Tagesvolumens sank von 0,68 am 17. Juni auf 0,51 am 18. Juni. Kurzfristige Trader kauften aggressiv Call-Optionen und setzten damit auf schnelle Kursgewinne. Gleichzeitig stieg das Put-Call-Verhältnis beim Open Interest von 1,02 auf 1,04. Bestehende Positionen verlagerten sich also leicht in Richtung Puts. Das Muster ist typisch für Absicherung: Wer bereits investiert ist, kauft Puts als Schutz vor einem möglichen Fehlausbruch, und gibt damit kein Vertrauensvotum für die Rally.
Entscheidende Kursmarken für den weiteren Verlauf
Das Niveau von 132,70 US-Dollar fungiert nun als wichtige Unterstützung. Auf der Oberseite liegt das nächste bedeutende Ziel bei 140,69 US-Dollar, dem 0,618-Fibonacci-Retracement-Level, rund fünf Prozent entfernt. Ein klarer Ausbruch darüber würde Potenzial bis 152,16 und 166,76 US-Dollar eröffnen. Dreht der CMF jedoch wieder unter die Nulllinie und hält Intel nicht über 132,70 US-Dollar, droht ein sogenannter Bull Trap, ein Fehlausbruch, der Käufer auf dem falschen Fuß erwischt. In diesem Szenario wären 124,58 US-Dollar die erste Anlaufmarke, darunter 114,62 und 98,51 US-Dollar. Der Ausbruch ist real, aber seine Grundlage bleibt schmal.



