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Goldman Sachs senkt Goldpreisprognose für 2026

Goldman Sachs hat sein Kursziel für Gold zum Jahresende 2026 deutlich nach unten korrigiert. Die US-Investmentbank senkte ihre Prognose um 500 US-Dollar auf nun 4.900 US-Dollar je Unze. Als Hauptgrund nennt das Haus schwächere Zuflüsse in goldgedeckte ETFs sowie schwindende Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve.

Schwache ETF-Nachfrage belastet den Ausblick

Die Analysten Lina Thomas und Daan Struyven erläuterten die Anpassung in einer Research-Notiz. Im Mittelpunkt steht die nachlassende Nachfrage über börsengehandelte Fonds. Daten des World Gold Council zeigen, dass goldgedeckte ETFs weltweit im Mai Abflüsse von rund zwei Milliarden US-Dollar verzeichneten. Lediglich Europa konnte in diesem Monat frische Zuflüsse anziehen. Asiatische Fonds hingegen verzeichneten im Mai ihren ersten monatlichen Abfluss seit August 2025, mit einem Volumen von 1,2 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig hat sich die Anlegerstimmung gegenüber Gold spürbar eingetrübt. Der sogenannte Put-Call-Skew auf den größten US-amerikanischen goldgedeckten ETF, den GLD, stieg auf 1,03 und liegt damit nahe dem höchsten Stand seit 2017. Dieser Wert misst das relative Kostenverhältnis von Put-Optionen gegenüber Call-Optionen und signalisiert bei steigenden Werten eine zunehmend bärische Positionierung der Marktteilnehmer.

Fed-Erwartungen drücken auf die Goldprognose

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die veränderte Zinspolitik der Federal Reserve. Die Notenbank hielt ihren Leitzins diese Woche bei 3,50 bis 3,75 Prozent, doch die Unterstützung für weitere Zinserhöhungen wächst innerhalb des Gremiums. Neun Notenbankmitglieder rechnen mittlerweile mit mindestens einer Anhebung im Jahr 2026. Goldman-Ökonomen verschoben ihren Ausblick für US-Zinssenkungen auf Juni und Dezember des nächsten Jahres. Zuvor hatten sie Senkungen im Dezember 2026 und März 2027 erwartet. Rob Kaplan, stellvertretender Vorsitzender von Goldman Sachs und ehemaliger Präsident der Dallas Fed, äußerte gegenüber Bloomberg, dass eine Zinserhöhung bereits im September möglich sei.

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Für den Fall tatsächlicher Zinserhöhungen sieht Goldman Sachs Gold bis zum Jahresende auf 4.400 US-Dollar je Unze fallen, da die Attraktivität des Metalls als Absicherung gegen eine lockere Geldpolitik in diesem Szenario nachlässt.

Strukturell positiv, taktisch vorsichtig

Trotz der Abwärtskorrektur halten die Analysten an einem grundsätzlich positiven Langzeitbild fest. „Unsere Goldpreiserwartungen bleiben strukturell konstruktiv, aber taktisch vorsichtig, mit kurzfristigen Abwärtsrisiken und mittelfristigen Aufwärtsrisiken“, schrieben Thomas und Struyven. Die überarbeitete Prognose impliziert damit noch immer Kursgewinne in der zweiten Jahreshälfte, wenn auch in geringerem Umfang als zuvor erwartet.

Eine Stütze bleibt die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Offizielle Käufer wurden im April erneut zu Nettokäufern und erwarben 19 Tonnen Gold. Einer Umfrage des World Gold Council zufolge planen rund 45 Prozent der befragten Notenbanken, ihre Reserven im kommenden Jahr weiter auszubauen. Diese strukturelle Nachfrage gilt als wichtige Untergrenze für den Goldpreis, unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.

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