Krypto-News, 25. Juni: Bitcoin auf 20-Monats-Tief, Iran-Coinex-Kontroverse wächst, Clarity Act, MiCA und Trump-CBDC-Debatte

Bitcoin-Kurs erholt sich nach massiven Liquidationen
Nach dem Einbruch unter die 60.000-Dollar-Marke notiert Bitcoin aktuell bei rund 61.800 US-Dollar. Laut Daten von Coinglass wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt rund eine Milliarde US-Dollar an Positionen liquidiert. Davon entfielen etwa 780 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen, die damit den größten Teil der Verluste trugen. Die Bewegung war nach Marktbeobachtungen ungewöhnlich schnell und abrupt.
Die Meinungen über die weitere Preisentwicklung gehen auseinander. Jiang Zhuoer, Gründer des chinesischen Bitcoin-Mining-Pools BTC.top, erwartet auf Basis langfristiger Zyklusmodelle einen Tiefstkurs zwischen 42.000 und 44.000 US-Dollar im Zeitraum Oktober bis Dezember 2026. Seine Prognose stützt er unter anderem auf das mNAV von MicroStrategy, das sich laut seiner Analyse den Tiefstständen von 2022 nähert. Der Krypto-Investor Arthur Hayes widerspricht dieser Einschätzung und geht davon aus, dass KI-getriebene Liquidität den Bitcoin-Preis langfristig in Richtung einer Million US-Dollar treiben könnte.
CoinEx im Fokus: Iran-Vorwürfe und Sanktionsumgehung
Das Wall Street Journal berichtet, dass mit dem Iran verknüpfte Einrichtungen seit 2019 insgesamt 3,84 Milliarden US-Dollar über die Kryptobörse CoinEx bewegt haben sollen, um US-Sanktionen zu umgehen. Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs hat die Plattform demnach als bedeutenden Knotenpunkt für illegale Finanztransaktionen eingestuft. Laut dem Bericht sollen direkte Transaktionen zwischen CoinEx-Wallets und Konten nachgewiesen worden sein, die US-Behörden der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) zuordnen.
Darüber hinaus sollen zwei Wallets, die mit der iranischen Zentralbank in Verbindung stehen, Gelder erhalten haben, die auf den 1,5-Milliarden-Dollar-Hack der Kryptobörse Bybit zurückführbar sind. Dieser Angriff wurde nordkoreanischen Akteuren zugeschrieben. CoinEx steht bislang unter keinen neuen US-Sanktionen, sieht sich jedoch nach den Enthüllungen wachsendem Compliance-Druck ausgesetzt.
MiCA-Deadline und US-Regulierung: Druck von allen Seiten
In Europa nähert sich die entscheidende MiCA-Frist zum 1. Juli 2026. Von rund 3.000 Krypto-Unternehmen haben bislang lediglich 210 die erforderliche Zulassung erhalten. Nach Ablauf der Frist verlieren alle nicht lizenzierten Plattformen den Zugang zu rund 450 Millionen EU-Nutzern. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Coinbase hat daraufhin einen Hub in Luxemburg eröffnet, Binance sucht eigenen Angaben zufolge eine Zulassung an einem anderen Standort.
In den USA hat Senatorin Lummis das abschließende Prüfverfahren für den sogenannten Clarity Act eingeleitet. Parallel dazu hat Präsident Donald Trump die geplante Unterzeichnung des parteiübergreifend verabschiedeten 21st Century ROAD to Housing Act kurzfristig abgesagt. Das Gesetz war im Repräsentantenhaus mit 358 zu 32 Stimmen und im Senat mit 85 zu 5 Stimmen angenommen worden. Es enthält unter anderem eine Regelung, die der Federal Reserve die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) bis 2030 untersagen würde. Trump erklärte auf Truth Social, er werde das Wohnungsbaugesetz erst unterzeichnen, wenn der Kongress zuvor den SAVE America Act verabschiede, den er als „nationalen Notfall“ bezeichnete. Die CBDC-Regelung bleibt damit vorerst als politisches Druckmittel im Raum.
Fazit: Regulierung und Marktvolatilität bestimmen das Bild
Der Kryptomarkt steht derzeit unter dem gleichzeitigen Einfluss massiver Liquidationen, wachsender regulatorischer Klarheit in Europa sowie politischer Unsicherheit in den USA. Die CoinEx-Affäre verdeutlicht zudem, dass Compliance-Risiken börsennotierte Plattformen zunehmend unter Druck setzen. Anleger beobachten die weiteren Entwicklungen rund um den Clarity Act, die MiCA-Umsetzung und die CBDC-Debatte aufmerksam.

