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Chinas Kimi K3 erschüttert US-Börsen: Ist der amerikanische KI-Boom vorbei?

Was Kimi K3 technisch auszeichnet

Kimi K3 arbeitet mit 2,8 Billionen Parametern und ist damit das größte je veröffentlichte Open-Source-Modell. Ab dem 27. Juli kann es kostenlos heruntergeladen werden. In der Praxis bewies das Modell seine Stärke bereits: Auf der Coding-Bestenliste von Arena erreichte Kimi K3 diese Woche 1.679 Punkte und verdrängte Claude Fable 5 auf den zweiten Platz.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist der Preis. Moonshot berechnet drei US-Dollar pro Million Input-Token. Zum Vergleich: Anthropics Fable 5 kostet zehn US-Dollar für die gleiche Menge. Das Modell verarbeitet außerdem eine Million Token gleichzeitig, was es ermöglicht, eine gesamte Codebasis in einem einzigen Prompt zu verarbeiten. Moonshot-Gründer und CEO Zhilin Yang beschrieb drei Wege zur Skalierung von KI: höhere Token-Effizienz, erweiterten Kontext und den parallelen Einsatz sogenannter Agenten-Schwärme.

Chipaktien unter Druck

Nvidia, AMD und Broadcom verloren im Wochenverlauf deutlich an Wert. Dennoch liegt der Philadelphia Semiconductor Index auf Jahressicht noch immer mehr als 60 Prozent im Plus. Marktbeobachter Walter Bloomberg fasste die Stimmung zusammen: Investoren zweifeln an der Tragfähigkeit der KI-getriebenen Kursrally, nachdem Moonshot ein leistungsstarkes offenes KI-Modell vorgestellt hat.

Auch chinesische KI-Aktien blieben nicht verschont. Im Hongkonger Handel verlor Zhipu am Freitag 28 Prozent, MiniMax büßte 16 Prozent ein. Die Bewegungen erinnern an den Januar 2025, als die Veröffentlichung des chinesischen Modells DeepSeek Nvidia innerhalb eines einzigen Handelstages einen Kursverlust von 589 Milliarden US-Dollar einbrachte. CNBC bezeichnete dies damals als den größten Tagesverlust in der Börsengeschichte.

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Die Preisfrage als eigentliches Schlachtfeld

Investor Chamath Palihapitiya bezifferte das Problem kurz vor dem Launch in konkreten Zahlen: Eine Million Token kosten bei Anthropic 56 US-Dollar, bei OpenAI 26 US-Dollar und bei chinesischen Anbietern 50 US-Cent. Chinesische Modelle haben US-Konkurrenten nach diesen Angaben bereits beim monatlichen Token-Volumen überholt.

Washington verschärft derweil die Exportbeschränkungen für Chips. Moonshot trainierte seine jüngsten Modelle dennoch auf Nvidias exportzugelassenen H800-Chips. Finanzkommentator Jim Cramer warnt vor allem vor einem strukturellen Problem: dem fehlenden Vertrauen zwischen den USA und China. Er argumentiert, dass Unternehmen, die auf Datensicherheit angewiesen sind, chinesische Modelle meiden werden, unabhängig vom Preis.

Neue Derivate auf KI-Rechenleistung

Parallel zu den Marktbewegungen wächst ein neues Finanzprodukt-Segment. Laut Bernstein werden bereits kryptowährungsähnliche Derivate auf KI-Rechenleistung gehandelt. Die CME Group plant gemeinsam mit Silicon Data die ersten Compute-Futures, und auch ICE kündigte GPU-Kontrakte mit Ornn an. Der Wettbewerb um KI-Infrastruktur wird damit zunehmend auch an den Terminmärkten ausgetragen.

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