Der engste Börsengang-Vergleich zu SpaceX ist nicht Tesla, sondern diese Aktie

Vom Allzeithoch bis auf unter den IPO-Preis
SpaceX hatte beim Börsengang 555,6 Millionen Aktien zu je 135 US-Dollar platziert und damit rund 75 Milliarden US-Dollar eingenommen. Das Unternehmen wurde dabei mit etwa 1,77 Billionen US-Dollar bewertet. Der Start verlief vielversprechend: Die Aktie eröffnete bei 150 US-Dollar, schloss am ersten Handelstag bei rund 161 US-Dollar und erreichte am 16. Juni ein Hoch von 225,64 US-Dollar. Seitdem dreht die Stimmung. Am 22. Juli fiel der Kurs um 6,7 Prozent auf 115,26 US-Dollar, was einem Rückgang von rund 49 Prozent gegenüber dem Junihoch entspricht. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei etwa 1,52 Billionen US-Dollar.
Für den Rückgang werden drei Faktoren verantwortlich gemacht: Verzögerungen beim Raumschiff Starship, eine neue Finanzierungsrunde beim Konkurrenten Blue Origin sowie die erfolgreiche Bergung eines Orbitalstufenboostes durch China am 10. Juli. Die chinesische Rakete Long March 10B landete auf einer Seeplattform in einem Netz, womit China als zweites Land nach SpaceX einen orbitalen Booster zurückgeholt hat.
Zwei kritische Termine im August
Besondere Aufmerksamkeit gilt zwei Daten im August. Am 4. August legt SpaceX erstmals Quartalszahlen vor. Zwei Handelstage später, am 6. August, läuft für einen großen Teil der Aktionäre die Lock-up-Frist ab, sodass bis zu 911,5 Millionen Aktien frei handelbar werden. Eine zweite Tranche von 455,8 Millionen Aktien war ursprünglich ebenfalls für August geplant, fällt jedoch weg: Diese Aktien können nur freigegeben werden, wenn der Kurs an fünf von zehn Handelstagen vor dem Ergebnisdatum bei mindestens 175,50 US-Dollar schließt, also 30 Prozent über dem IPO-Preis. Bei einem aktuellen Kurs von rund 115 US-Dollar ist das nicht erreichbar. Der Kursrückgang hat damit das Angebot am Markt bereits deutlich reduziert.
Elon Musk selbst ist von der Lock-up-Freigabe ausgenommen. Seine Anteile sind für 366 Tage ohne vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit gesperrt, frühestens also ab Juni 2027.
Warum Meta der bessere Vergleich ist
Der Vergleich mit Tesla hinkt, weil Tesla beim Börsengang 2010 lediglich 13,3 Millionen Aktien zu je 17 US-Dollar ausgab und damit rund 226 Millionen US-Dollar einnahm. SpaceX sammelte das rund 330-fache ein. Meta Platforms, das im Mai 2012 zu 38 US-Dollar je Aktie an die Börse ging und 16 Milliarden US-Dollar einnahm, bietet die strukturell ähnlichere Ausgangslage. Auch bei Meta hält der Gründer die Stimmenmehrheit durch eine duale Aktienstruktur. Bei SpaceX kontrolliert Musk mit 82,4 Prozent der Stimmrechte das Unternehmen, obwohl er weniger als die Hälfte der Anteile hält.
Meta fiel nach dem IPO bis auf 17,73 US-Dollar, ein Minus von 53,3 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Die größte Unlock-Welle im November 2012, als rund 1,19 Milliarden Aktien freigegeben wurden, führte entgegen aller Erwartungen zu einem Kursanstieg von 12,6 Prozent. Die eigentliche Wende kam erst mit den Quartalszahlen vom Juli 2013: Meta meldete, dass mobile Werbung rund 41 Prozent der Anzeigenerlöse ausmachte, gegenüber etwa 14 Prozent drei Quartale zuvor, und der Umsatz stieg um 53 Prozent. Die Aktie sprang am Folgetag um fast 30 Prozent. Erst am 2. August 2013, also 14,5 Monate nach dem IPO, schloss Meta wieder über dem Ausgabepreis von 38 US-Dollar.
Was SpaceX jetzt braucht
Für SpaceX suchen Investoren nach einem vergleichbaren Schlüsselmoment. Als mögliche Katalysatoren gelten konkrete Gewinndaten aus dem Starlink-Geschäft, aktuelle Startzahlen sowie Fortschritte beim Starship-Programm. Die Kursziele der Analysten reichen von 156 bis 239 US-Dollar. Morgan Stanley weist darauf hin, dass ein Rückfall auf 100 US-Dollar die KI-Aktivitäten des Unternehmens nahezu mit null bewerten würde. Der erste Earnings-Report am 4. August ist damit der früheste mögliche Wendepunkt für die Aktie.



