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Ripple entsperrt 1 Milliarde XRP inmitten des Bärenmarkts: Was kommt als Nächstes?

Drei Transaktionen, eine Milliarde XRP

Die On-Chain-Monitoring-Plattform Whale Alert registrierte die Transfers früh am Morgen in rascher Abfolge. Ripple übertrug zunächst 200 Millionen XRP, anschließend 300 Millionen und schließlich weitere 500 Millionen Token. Das Escrow-System selbst geht auf das Jahr 2017 zurück: Ripple sperrte damals 55 Milliarden XRP in Smart Contracts, um unkontrollierte Marktverkäufe zu verhindern und eine planbare Liquiditätsversorgung zu gewährleisten. Die Freigaben dienen laut Ripple der Deckung von Betriebskosten, Partnerschaften und dem Ökosystemwachstum.

Einen Großteil der freigegebenen Token sperrt Ripple erfahrungsgemäß innerhalb weniger Stunden oder Tage erneut in den Escrow zurück. Die Rücklockung beläuft sich üblicherweise auf 600 bis 800 Millionen XRP. Der tatsächliche Nettozufluss in den umlaufenden Bestand liegt damit monatlich zwischen 200 und 300 Millionen XRP.

Schwacher Markt trifft auf frische Liquidität

Die Freigabe trifft auf ein angespanntes Marktumfeld. Nach dem 19-Monats-Tief Ende Juni hat sich XRP leicht erholt und notiert derzeit bei rund 1,04 US-Dollar. Technische Analysen zeigen den Token in einem fallenden Kurskanal. Der wichtige Widerstandsbereich liegt zwischen 1,18 und 1,22 US-Dollar. Analyst Ali Charts wies Ende Juni darauf hin, dass XRP an der oberen Kanalbegrenzung abgeprallt sei und nun in Richtung der mittleren Kanalzone tendiere, die mit einer Unterstützungszone zwischen 0,70 und 0,80 US-Dollar zusammenfalle. Entscheidend sei laut dieser Einschätzung das Preisniveau von 1,06 US-Dollar als erste Orientierungsmarke für eine mögliche Erholung.

On-Chain-Daten zeigen Akkumulation durch Großinvestoren

Trotz des negativen Preisumfelds liefern On-Chain-Metriken ein differenzierteres Bild. Daten der Analyseplattform Santiment belegen eine Akkumulation durch Großinvestoren in mehreren Haltergruppen. Allein im Juni stockten große Adressen ihre Bestände um rund 210 Millionen XRP auf. Gleichzeitig drehten die Exchange-Netflows ins Negative, was darauf hindeutet, dass Anleger Token von Handelsplattformen in private Wallets transferieren und damit auf ein längerfristiges Halten setzen.

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Institutionelle Nachfrage als Stützfaktor

Zusätzliche Unterstützung kommt aus dem institutionellen Bereich. Spot-XRP-ETFs in den Vereinigten Staaten verzeichneten im Juni trotz des Kursrückgangs kontinuierliche Mittelzuflüsse. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Zuflüsse anhielten, während vergleichbare Produkte für Bitcoin und Ethereum im selben Zeitraum Mittelabflüsse meldeten. Dies könnte auf eine gezielte Umschichtung institutioneller Anleger hin zu XRP-spezifischen Produkten hindeuten. Ob diese Faktoren ausreichen, um den Abwärtstrend umzukehren, bleibt angesichts des technisch weiterhin angeschlagenen Chartbilds offen.

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