XRP hat eine NVIDIA-Verbindung – aber reicht sie in diesem Zyklus?

XRP verliert seit Jahren gegen NVIDIA
Die Relative Stärke von XRP gegenüber NVIDIA, gemessen als XRP-Kurs geteilt durch den NVIDIA-Kurs, ist seit Jahren rückläufig. Analyst Cryptollica hat eine langfristig fallende Widerstandslinie identifiziert, an der XRP-Erholungen in den Jahren 2018, 2021 und 2025 jeweils gestoppt wurden. Nur im Jahr 2017 gelang ein echter Ausbruch über diese Linie, der XRP zu deutlichen Gewinnen verhalf. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass XRP damals ein Micro-Cap-Asset war und NVIDIA eine wesentlich geringere Marktkapitalisierung hatte als heute. Dieses historische Umfeld existiert nicht mehr.
Ausbrüche markieren Tops, keine neuen Rallys
Krypto news testete das Muster auf Basis von Wochenschlusskursen, um Fehlsignale zu reduzieren. Das Ergebnis ist eindeutig. Seit 2021 führten alle vier identifizierten Ausbrüche über die Widerstandslinie nicht zu nachhaltigen Kursgewinnen, sondern zu scharfen Rücksetzern. Zwölf Wochen nach einem Ausbruch verlor XRP im Median 39 Prozent. Keiner der vier Ausbrüche lag nach zwölf Wochen im Plus. Ein normaler Zwölf-Wochen-Zeitraum ohne Ausbruch brachte hingegen nur ein Minus von etwa 2 Prozent. Das Muster verhält sich damit wie ein Erschöpfungssignal, nicht wie ein Startsignal.
Im direkten Vergleich mit anderen Assets zeigt sich außerdem, dass die Kombination aus einer langfristig fallenden Relativen-Stärke-Linie gegenüber XRP nur bei NVIDIA und Bitcoin auftritt. Gegenüber dem S&P 500, dem Nasdaq oder Gold fehlt diese Struktur. Der Ausbruch gegen Bitcoin ging mit einem moderaten Plus von 5 Prozent einher, während der NVIDIA-Ausbruch mit einem Minus von 39 Prozent endete. Das Verlustmuster ist damit spezifisch für die XRP-NVIDIA-Relation.
On-Chain-Daten erklären das letzte Scheitern
Die On-Chain-Analyse liefert eine Erklärung für den zuletzt gescheiterten Ausbruch. Rund Anfang Juli 2025 stieg die Exchange Net Position von XRP stark an. Das bedeutet, dass Inhaber ihre Coins in erhöhtem Maß auf Börsen verschoben, was auf Verkaufsdruck hindeutet. Dieser Zufluss fiel zeitlich mit dem Hoch von XRP über 3 US-Dollar Mitte 2025 zusammen. Zusätzlich drehte die Hodler Net Position Change am 17. Juli 2025 ins Negative und blieb durch den August hinweg rot. Selbst langfristig orientierte Halter verkauften also während der Korrektur, was auf fehlende nachhaltige Nachfrage hindeutet.
Was ein echter Ausbruch erfordern würde
Für einen neuen Test der Widerstandslinie müsste XRP gegenüber NVIDIA laut aktuellen Berechnungen auf Basis des 7-Tage-Charts zunächst rund 459 Prozent zulegen. Ein Ausbruch ist damit in weiter Ferne. Selbst wenn er eintreten würde, wäre er allein kein ausreichendes Kaufsignal. Notwendig wären gleichzeitig anhaltende Coin-Abflüsse von Börsen sowie eine erneute Akkumulation durch Langzeithalter. Aktuell zeigen sich laut Krypto news erste konstruktive Anzeichen: Coins verlassen zuletzt wieder Börsen, und Langzeithalter haben begonnen, erneut zu akkumulieren. XRP notiert derzeit jedoch bei rund 1,16 US-Dollar und damit weit unterhalb früherer Hochs. Die Geschichte mahnt zur Vorsicht: Ein funktionierender Ausbruch aus dieser Struktur heraus gelang bislang nur unter Marktbedingungen, die heute nicht mehr vergleichbar sind.



