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Standard Chartered erhält MiCA-Lizenz während ESMA 37 neue Kryptofirmen aufnimmt

Erste große Lizenzierungswelle nach dem Ende der Übergangsfrist

Die ESMA aktualisiert ihr Übergangsregister wöchentlich. Der deutliche Anstieg um 37 neue Einträge erklärt sich durch das Ende der sogenannten Grandfathering-Klausel nach Artikel 143 der MiCA-Verordnung. Diese Regelung erlaubte es Unternehmen, vorübergehend weiterhin unter nationalen Vorschriften tätig zu sein, lief jedoch am 1. Juli aus. Anbieter, die bis dahin keine vollständige MiCA-Zulassung beantragt hatten, dürfen EU-Kunden seither nicht mehr unter nationalen Regelungen bedienen. Die aktuelle Registeraktualisierung ist damit die erste bedeutende Lizenzierungswelle nach diesem Stichtag.

Unter den neu eingetragenen Unternehmen befinden sich sowohl kryptospezifische als auch traditionelle Finanzinstitute. Der US-amerikanische Prime Broker FalconX und Sygnum Europe erhielten CASP-Status. Auch CACEIS, eine Tochtergesellschaft der französischen Crédit Agricole, ist im Register für E-Money-Token-Emittenten vertreten. Die MiCA-Übergangsphase hatte den Markt bereits vor der Registeraktualisierung verändert. Besonders auffällig war der Rückzug von Tether aus dem EU-Markt, der Circle als Stablecoin-Anbieter in der Europäischen Union stärkte.

Standard Chartered tauscht nationales Regime gegen EU-Pass

Standard Chartered hatte seine Luxemburger Gesellschaft im Jahr 2025 gegründet, um das Geschäft mit der Verwahrung digitaler Vermögenswerte in der EU zu etablieren. Bislang operierte die Bank jedoch lediglich unter dem nationalen Virtual Asset Service Provider-Regime der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF, was die Tätigkeit auf Luxemburg beschränkte. Die vollständige MiCA-Zulassung hebt diese Beschränkung auf. Die Bank plant nun einen schrittweisen Ausbau ihrer Dienstleistungen in der gesamten EU, wobei das sogenannte Passporting weiterer Genehmigungen bedarf. Damit setzt das Institut seine Strategie fort, die bereits Custody-Dienste in Asien und dem Nahen Osten umfasst.

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Laurent Marochini, CEO von Standard Chartered Luxembourg, kommentierte die Zulassung: „We are delighted to have obtained our MiCA and EMI licences, which enables us to progressively expand services to clients across Europe. This landmark authorisation reflects our strategic choice of Luxembourg.“

Luxemburg als bevorzugter MiCA-Standort

Das Großherzogtum Luxemburg hat sich als zentraler Standort für MiCA-Zulassungen etabliert. Coinbase führt seine EU-Lizenz von dort, und Ripple erhielt in Luxemburg eine vorläufige MiCA-CASP-Lizenz. Die regulatorische Infrastruktur des Landes macht es offenbar attraktiv für Unternehmen, die den EU-weiten Marktzugang über einen einzelnen Standort erschließen wollen.

Kritik aus der Web3-Community

Die MiCA-Zulassung von Standard Chartered stieß nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. In sozialen Netzwerken wiesen Nutzer auf einen Widerspruch hin: Während die Bank im Web3-Bereich expandiert, sollen einzelne Kunden aus der Kryptobranche ihre Konten verloren haben, weil ihr Einkommen vorwiegend aus dem Krypto-Geschäft stammte. Krypto news konnte die genannten Einzelfälle nicht unabhängig verifizieren. Der Vorwurf verdeutlicht jedoch eine grundsätzliche Spannung, die MiCAs nächste Phase prägen könnte: Banken verfügen nun über Lizenzen, um Kryptounternehmen EU-weit zu bedienen, doch interne Risikopolitiken könnten bestimmen, ob dieser Zugang tatsächlich der Branche selbst zugutekommt.

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