Tether friert alle TRON-Wallets auf aktualisierter ISIS-K-Sanktionsliste ein

Über 1,4 Millionen Dollar seit 2023 bewegt
Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis empfingen die sanktionierten TRON-Wallets seit 2023 mehr als 1,4 Millionen US-Dollar und sendeten über 880.000 US-Dollar. Mehrere der Adressen leiteten Gelder an in Syrien ansässige Krypto-Wechsler weiter. Das breitere Netzwerk dieser Wallets wies zudem eine starke Verflechtung mit gängigen Kryptodiensten auf.
Chainalysis erklärte, historische Spendenadresssen auf TRON, Monero und Bitcoin gesammelt zu haben. Einzelne Spenden waren dabei typischerweise klein, was die begrenzten finanziellen Mittel der Unterstützer widerspiegelt. ISIS-K ist in Afghanistan, Pakistan und Teilen Zentralasiens aktiv. OFAC hatte die Gruppe bereits im September 2015 erstmals als besonders designierte Terrororganisation eingestuft. Der Medienarm der Gruppe, die al-Azaim Media Foundation, wirbt über Websites und Messaging-Plattformen aktiv um Kryptospenden.
Einbettung in breitere Sanktionsmaßnahmen
Die Maßnahme vom 1. Juli folgt auf weitere OFAC-Aktionen aus dem Vormonat. Im Juni hatte die Behörde bereits syrische Gelddienstleister sanktioniert, die Gelder für ISIS-Financiers ausgezahlt hatten. Im Jahr 2023 wurde zudem der auf den Malediven ansässige Operative Ali Shafiu designiert. Chainalysis stellte fest, dass dessen TRON-Wallet mit Einzahlungsadressen interagierte, die mit iranischen Börsen in Verbindung standen.
Tether und private Unternehmen als Teil der Strafverfolgung
Tethers Reaktion fügt sich in ein wachsendes Muster ein, bei dem private Unternehmen gemeinsam mit Behörden gegen illegale Finanzströme vorgehen. Die sogenannte T3 Financial Crime Unit des Unternehmens, die zusammen mit TRON und TRM Labs betrieben wird, hatte seit ihrem Start im September 2024 bis Mai dieses Jahres bereits mehr als 450 Millionen US-Dollar in illegalen Kryptomitteln eingefroren.
Auch Kryptobörsen beteiligen sich an solchen Maßnahmen. Coinbase fror im Rahmen der sogenannten Disruption Week des US-Justizministeriums über drei Millionen US-Dollar ein, die mit südostasiatischen Betrugsnetzwerken in Verbindung standen. Die koordinierten Schritte zwischen staatlichen Stellen und der Privatwirtschaft gelten zunehmend als wirksames Instrument zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung über Kryptowährungen.
Bedeutung für den Kryptomarkt
Der Fall verdeutlicht, wie Blockchain-Transparenz und regulatorischer Druck zusammenwirken können. Während Transaktionen auf öffentlichen Blockchains wie TRON nachvollziehbar sind, bleibt die Rückverfolgung bei datenschutzorientierten Netzwerken wie Monero schwieriger. Die Einbeziehung von Monero-Adressen in die Sanktionsliste zeigt, dass Behörden zunehmend auch auf weniger transparente Protokolle abzielen, auch wenn Einfriermaßnahmen dort technisch deutlich komplexer umzusetzen sind.



