Uber entlässt 10 % der Kundendienst-Mitarbeiter durch KI-Einsatz

Zu komplex, zu fragmentiert: Ubers Begründung für den Stellenabbau
Megha Yethatika, Ubers Vizepräsidentin für globale Community-Operations, erklärte ihrer Abteilung in einem internen Memo, die Organisation sei „zu komplex und zu stark in Silos aufgeteilt“ geworden. Laut einem Bericht von Bloomberg schrieb sie, das Team habe zwar Fortschritte mit KI erzielt, benötige nun aber eine klarere Grundlage, um weiterzumachen. „Wir können keine fortschrittliche Technologie auf fragmentierten Prozessen aufbauen“, so Yethatika wörtlich. Ein Unternehmenssprecher ergänzte, Uber wolle „den Betrieb vereinfachen, die persönliche Zusammenarbeit stärken und KI weiter einsetzen“.
Neben den Entlassungen wurden remote arbeitende Mitglieder des Teams aufgefordert, in ein zentrales Büro umzuziehen. Hintergrund ist Ubers interne Rückkehr-ins-Büro-Richtlinie, die das Unternehmen derzeit konsequent durchsetzt.
Zweite Entlassungsrunde innerhalb von zwei Monaten
Es handelt sich bereits um den zweiten Stellenabbau bei Uber in weniger als zwei Monaten. Im Juni hatte das Unternehmen 23 Prozent seiner Personalabteilung abgebaut, was insgesamt weniger als einem Prozent der weltweit rund 34.000 Beschäftigten entsprach. Damals übernahm ein neuer Präsident die Unternehmensführung. Bereits im Mai hatte Uber angekündigt, die Neueinstellungen wegen des internen KI-Einsatzes zu verlangsamen. Gleichzeitig sind laut Unternehmensangaben noch mehr als 500 offene Stellen ausgeschrieben, darunter Ingenieurspositionen für Ubers Robotaxi-Partnerschaften.
KI als treibende Kraft im globalen Stellenabbau 2026
Ubers Schritt steht nicht für sich allein. Laut der Outplacement-Firma Challenger, Gray and Christmas wurde KI bis Ende Juni bei insgesamt 101.743 angekündigten Stellenstreichungen in den USA als Grund genannt. Das entspricht rund 23 Prozent aller gemeldeten Entlassungen. Damit ist KI seit vier Monaten in Folge der am häufigsten genannte Grund für Stellenabbau in den Vereinigten Staaten.
Ob und in welchem Ausmaß KI dauerhaft Arbeitsplätze verdrängt, bleibt jedoch umstritten. Amazon-Gründer Jeff Bezos wies Sorgen vor einem flächendeckenden Jobverlust durch KI zuletzt zurück. Er argumentierte, die Technologie werde die Haushaltsökonomie grundlegend verändern und letztlich eher zu einem Arbeitskräftemangel führen als zu Massenarbeitslosigkeit.
Bedeutung für die Krypto- und Tech-Branche
Die Entwicklung bei Uber zeigt einen branchenübergreifenden Trend: Unternehmen nutzen den Ausbau von KI-Systemen zunehmend als Anlass, operative Strukturen zu verschlanken und Support-Funktionen zu automatisieren. Für die Tech- und Krypto-Branche ist das ein klares Signal, dass KI nicht mehr nur als Wachstumstreiber gilt, sondern aktiv zur Umgestaltung von Belegschaften eingesetzt wird. Wie sich dieser Wandel langfristig auf Beschäftigung und Unternehmensstrukturen auswirkt, bleibt eine der zentralen wirtschaftspolitischen Fragen der kommenden Jahre.



