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Gold so unterbewertet wie seit 3 Jahren nicht, sagen Fondsmanager. Ist die Talsohle erreicht?

Dramatischer Stimmungsumschwung nach scharfem Kursrückgang

Der Meinungswandel unter institutionellen Anlegern ist bemerkenswert. Im Verlauf des Jahres 2025 und Anfang 2026 hatte dieselbe Umfrage noch extreme Überbewertungssignale gezeigt: Netto mehr als 40 Prozent der Fondsmanager bezeichneten Gold nahe dem damaligen Rekordhoch als überbewertet. Seither hat das Metall rund 26 Prozent an Wert verloren und war damit zwischenzeitlich in einen Bärenmarkt gerutscht. Der Marktdatendienst Barchart verwies auf dieses Signal und betonte, dass eine vergleichbare Konstellation im März 2023 einer Rallye vorausging, die den Goldpreis bis auf 5.598 US-Dollar je Unze trieb und damit den Preis fast verdreifachte.

Cashbestände der Fondsmanager lösen Warnsignal aus

Bemerkenswert ist der Kontext, in dem das Goldsignal erscheint. Die durchschnittlichen Kassenbestände der befragten Manager sanken von 4,1 auf 3,6 Prozent des verwalteten Vermögens. Laut der sogenannten Cash Rule der Bank of America gilt ein Wert von vier Prozent oder darunter als konträres Verkaufssignal für Risikoaktiva. Die Positionierung in anderen Anlageklassen wirkt bereits gestreckt: 82 Prozent der Befragten nannten Long-Positionen in Halbleiteraktien als den am stärksten überlaufenen Trade, während 45 Prozent eine KI-Blase als größtes Schwanzrisiko einschätzen. Gold steht dem gegenüber als das am wenigsten beliebte und am wenigsten überfüllte Asset. Sollte es zu einer Korrektur an den Aktienmärkten kommen, könnte das Edelmetall als Rotationsziel in den Fokus rücken.

Technische Lage: Erholung an wichtiger Unterstützung, Trendlinie bleibt Hindernis

Auf dem Tageschart erholte sich Gold am Mittwoch um 1,74 Prozent auf 4.148 US-Dollar, den höchsten Schlusskurs seit dem 7. Juli. Die Käufer traten genau an der langfristigen Fibonacci-Unterstützung bei 3.943 US-Dollar auf den Plan, die dem 0,5-Retracement des Gesamtanstiegs entspricht. Der tägliche RSI-Indikator stieg auf 52 und befindet sich damit wieder in der neutralen Zone. Die langfristige Struktur bleibt jedoch bearish: Der Preis notiert weiterhin unterhalb der fallenden Trendlinie, die vom Allzeithoch bei 5.598 US-Dollar gezogen wurde und aktuell in der Nähe des aktuellen Kursniveaus verläuft.

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Widerstände und mögliche Rückschlagszonen

  • Erste Hürde: Die fallende Trendlinie vom Allzeithoch
  • Nächste Widerstandszone: 4.300 bis 4.400 US-Dollar, entspricht dem 0,382-Fibonacci-Retracement bei 4.334 US-Dollar, rund vier bis sechs Prozent über dem aktuellen Niveau
  • Abwärtsrisiko bei Ablehnung: Das 0,618-Fibonacci-Niveau bei 3.552 US-Dollar, etwa 14 Prozent unter dem aktuellen Kurs

Fed-Entscheidung und geopolitische Lage als nächste Katalysatoren

Zwei externe Faktoren könnten den weiteren Verlauf maßgeblich bestimmen. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im September ein. Hinzu kommt, dass die Umfrage zwischen dem 2. und 9. Juli durchgeführt wurde, also vor dem Zusammenbruch eines möglichen US-Iran-Waffenstillstands, der den Ölpreis über 90 US-Dollar trieb und eine erneut restriktive Haltung der Fed begünstigte. Die durchschnittliche Jahresendhochenprognose für Öl von 71 US-Dollar wirkt damit bereits überholt. Ob das Bewertungssignal der Fondsmanager ein belastbarer Boden ist oder nur ein verfrühter Einstieg, dürfte die Preisentwicklung der kommenden Wochen zeigen.

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