USD-Stablecoin-Hype geht nach hinten los: Samsung dementiert Partnerschaft

Samsung: „Keine offiziellen Gespräche geführt“
Gegenüber dem koreanischen Wirtschaftsmedium Chosun Biz erklärte ein Samsung-Sprecher, es habe keinerlei offizielle Konsultationen gegeben. Man wisse nicht einmal, welche Rolle das Unternehmen in dem Konsortium spielen solle. Ähnliche Aussagen kamen von Shinhan Financial Group, der Krypto-Börse Dunamu und der Digitalbank KBank. Diese drei Unternehmen räumten zwar ein, dass Open Standard sie angesprochen und um eine Prüfung der Teilnahme gebeten habe. Dennoch tauchten ihre Namen auf der offiziellen Partnerliste auf, obwohl eine Einigung nie erzielt wurde.
Ein Vertreter eines weiteren gelisteten Unternehmens beschrieb die Situation so: „Wir haben durch inländische Nachrichten erfahren, dass wir als Mitglieder des OUSD-Konsortiums aufgeführt werden. Wir sind verblüfft darüber, als Mitglieder einbezogen zu werden.“ Auch der Krypto-Investor Gabor Gurbacs berichtete auf der Plattform X, er habe mit mehreren Unternehmen der Liste gesprochen, von denen einige Kunden seines Unternehmens OpenAssets seien. Keines habe etwas unterzeichnet oder irgendetwas zugestimmt.
Ambitioniertes Projekt mit prominenten Namen
Die OUSD-Partnerliste liest sich wie ein Ausschnitt aus dem Who’s who der globalen Finanzbranche. Genannt werden unter anderem Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock und Coinbase. Open Standard versprach den Mitgliedern gebührenfreie Prägung von Stablecoins sowie eine Beteiligung an den Erträgen aus den Reserven.
Einige Commitments gelten jedoch als gesichert. Stripe-Technologiepräsident Will Gaybrick bestätigte, dass OUSD zum Standard-Stablecoin für Unternehmen auf der Stripe-Plattform werden soll. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit der Übernahme des Stablecoin-Unternehmens Bridge für 1,1 Milliarden US-Dollar. Bridge wurde von Zach Abrams gegründet, dem Chef von Open Standard.
Erinnerungen an das Libra-Debakel
Die Affäre weckt Erinnerungen an das Scheitern von Facebooks Libra-Projekt. Dieses wurde 2019 mit 28 Gründungsmitgliedern gestartet, darunter Visa, Mastercard und Stripe. Alle drei zogen sich innerhalb von vier Monaten zurück. Das später in Diem umbenannte Projekt veräußerte seine Vermögenswerte schließlich im Jahr 2022.
Für den Markt stehen erhebliche Interessen auf dem Spiel. Tether (USDT) und USD Coin (USDC) kontrollieren laut DefiLlama-Daten gemeinsam mehr als 80 Prozent eines Marktes, der rund 311 Milliarden US-Dollar umfasst. Bereits am Starttag von OUSD brach der Circle-Aktienkurs um 17 Prozent ein. Das geplante Ertragssharing-Modell von OUSD könnte zudem den Druck auf USDC-Renditen im Bereich der dezentralen Finanzen erhöhen.
Open Standard schweigt bisher
Für die betroffenen koreanischen Unternehmen spielt auch der regulatorische Kontext eine Rolle. Die Debatte über Won-gestützte Stablecoins ist in Südkorea noch ungeklärt, und die heimischen Krypto-Regeln werden schrittweise verschärft. Open Standard hat sich bislang weder zu den koreanischen Distanzierungen geäußert noch öffentlich definiert, was eine Partnerschaft in diesem Zusammenhang konkret bedeutet.



